Fernsehen

Red-Bull-Sender Servus TV wird doch nicht geschlossen

Rolle zurück bei Servus TV: Red Bull will den Sender offenbar doch nicht aufgeben. Zuvor waren Jobs von rund 260 Mitarbeitern bedroht.

Der Chef von Red Bull, Dietrich Mateschitz, ist auch verantwortlich für Servus TV.

Der Chef von Red Bull, Dietrich Mateschitz, ist auch verantwortlich für Servus TV.

Foto: imago stock&people

Salzburg.  Neue Wendung im Fall des von Red-Bull-Eigentümer Dietrich Mateschitz (71) gegründete Fernsehsenders „Servus TV“: „Die Fortsetzung der partei-politischen unabhängigen Linie wird von allen Beteiligten begrüßt. Red Bull führt daher den Sender weiter, und die Kündigungen werden zurückgenommen“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Nach Gesprächen hätten sich alle Beteiligten darauf verständigt, den in Salzburg ansässigen Privatsender fortzuführen.

Die Lösung: Die Arbeiterkammer – die gesetzliche Interessenvertretung der Arbeitnehmer in Österreich – und die Gewerkschaften akzeptierten bei einem Krisentreffen die Ablehnung der Belegschaft, einen Betriebsrat zu gründen. Dies sei das Ergebnis eines „konstruktiven Gesprächs“ gewesen, hieß es in der Firmenmitteilung. „Nicht überraschend für einen Betrieb, der für seine hohen sozialen Standards bekannt ist, lehnt die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter einen Betriebsrat ab“, hielt das Unternehmen fest.

Initiative wollte Betriebsrat gründen

Noch am Dienstag hieß es, dass das Unternehmen wirtschaftlich untragbar geworden sei und deshalb vor dem Aus stehe. „Obwohl wir Jahr für Jahr einen nahezu dreistelligen Millionenbetrag in Servus TV investiert haben, lässt sieben Jahre nach Einführung die aktuelle Markt- und Wettbewerbssituation keine wirklich positive Entwicklung erwarten“, so die Begründung. Über 260 Mitarbeiter hätten ihren Job verloren.

Mitgrund für das unerwartete Aus wäre auch die namenlose Initiative einiger Mitarbeiter gewesen sein, einen Betriebsrat zu gründen. Dieser hätte die „Unabhängigkeit, Eigenständigkeit und Unbeeinflussbarkeit“ des Senders gefährdet, hieß es in einer Stellungnahme von Mateschitz am Dienstag. „Dass diese Vorgehensweise bei der Entscheidung in der aktuellen Situation des Senders nicht gerade dienlich war, ist evident“, ließ der Unternehmer wissen.

Red Bull in 160 Ländern erhältlich

Der Sender ist 2009 gegründet worden und ging aus dem Vorgängerkanal „SalzburgTV“ hervor. Auch in Deutschland waren die Programme zu sehen. Die Zuständigen legten großen Wert auf den Alpenraum. „Servus TV“ wurde schnell für seine aufwendigen und kostspieligen Wissenschafts- und Naturdokumentationen bekannt.

Der gebürtige Steirer Mateschitz hat mit Red Bull ein weltweites Getränkeimperium geschaffen. Die Koffeinbrause ist in mehr als 160 Ländern erhältlich und gilt als wertvollste Marke Österreichs. Red Bull ist bekannt für geschickte Marketing-Aktionen und für das Sponsoring von unzähligen Sportarten. Neben Fußballvereinen besitzt Mateschitz auch ein Formel-1-Team. (dpa/les)