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Annett Louisan versteht durch „Sing meinen Song“ Niedecken

Mit großen Stars geht „Sing meinen Song“ am Dienstag in die neue Runde. Annett Louisan sagt im Interview: sie ist kein Wettbewerbstyp.

Von Janna Eiserbeck
Annett Louisan bei „Sing meinen Song“.

Annett Louisan bei „Sing meinen Song“.

Foto: VOX / Markus Hertrich

Berlin.  Am Dienstag startet die dritte Staffel „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ beim Fernsehsender Vox. Dieses Mal gehen die Musiker Nena, Wolfgang Niedecken, Seven, Alec Völkel und Sascha Vollmer von The BossHoss, Samy Deluxe und Annett Louisan mit Xavier Naidoo auf große Reise nach Südafrika. Als im vergangenen Jahr die Anfrage für „Sing meinen Song“ kam, musste Louisan nicht lange überlegen. Schnell sagte sie zu – vor allem, weil Nena und Wolfgang Niedecken bereits für die Sendung feststanden. Im Interview erzählte Louisan kurz vor dem Start der Dreharbeiten, was sie sich von dem Format verspricht und warum ihre im vergangenen Jahr eingelegte Schaffenspause so kurz ausfiel.

Kannten Sie die Lieder der anderen Künstler vorher schon recht gut oder war alles Neuland?

Annett Louisan: Die Lieder von Nena oder die größeren Hits kannte ich schon. Aber es ist Wahnsinn, was da alles zusammenkommt. Ich musste mich schon zwei oder drei Wochen hinsetzen, um den richtigen Song herauszuhören. Es hat wirklich Spaß gemacht. Vor allem bei Wolfgang Niedecken war ich total erfreut seine Geschichten zu hören und sie endlich mal zu verstehen. Das war ein großes Vergnügen.

Wie schwer fiel es Ihnen, sich jeweils für einen Song zu entscheiden?

Louisan: Bei zwei Künstlern habe ich mich kurzfristig noch einmal umentschieden, aber ansonsten war es immer relativ schnell klar. Da sollte man auch einfach auf sein erstes Gefühl hören. Bei so etwas kann ich mich gut entscheiden.

Kam es mal zu einem Interessenkonflikt bei der Songauswahl, sodass man nicht den Wunschsong bekam?

Louisan: Ich habe alle Songs bekommen, die ich mir ausgesucht hatte. Wir sind uns alle nicht ins Gehege gekommen. Das ist wohl auch ein gutes Omen.

Eigentlich hatten Sie erst kürzlich dein Abschiedskonzert gegeben und wollten sich für eine Weile zurückziehen und Kraft tanken. Ist Ihnen das gelungen?

Louisan: Das letzte große Konzert war zusammen mit einem Orchester im August auf dem Schleswig-Holstein Musikfestival. Ich habe in der Zwischenzeit ein bisschen geschrieben und die Lieder für ‚Sing meinen Song‘ vorbereitet. Mir macht Musikmachen gerade wahnsinnig viel Spaß. Vielleicht kommt das auch durch die Sendung oder davon, dass ich mit neuen Leuten zusammenarbeite und über ein neues Album nachdenke. Vielleicht veröffentliche ich sogar noch dieses Jahr eine neue Platte, wenn ich es schaffe. Das fühlt sich gerade sehr gut an.

Erhoffen Sie sich durch „Sing meinen Song“ neuen Input oder auch einen Push?

Louisan: Ich versuche nicht zu viel zu erwarten, denn dann bin ich nicht gut. Jeder neue Weg, den man geht, bringt eine neue Erfahrung mit sich – und auch Fehler. Solche Sachen sind total spannend. Manchmal ist man so von etwas überzeugt und denkt, dass es genau das Richtige für einen selbst sein muss. Dann ist man letztendlich total überrascht, wenn es doch etwas anderes ist. So ist es auch bei diesen Liedern gewesen. Am Ende hat genau das super funktioniert, von dem ich gedacht habe, dass es total schwierig wird.

Vor welchem Song hatten Sie am meisten Angst?

Louisan: Vor den englischen Liedern. Ich habe mich jetzt schon so lange mit deutschsprachiger Musik befasst. Man wird dann zum Fachidioten. Aber erst in einer anderen Sprache merkt man, dass man seine Stimme noch ganz anders einsetzen kann. Am Anfang dachte ich, das Repertoire von Nena wird super für mich, aber dann war es doch schwer aus einem großen Hit noch einmal ein ganz anderes Lied zu machen. Ihre Version war schon so in meinem Kopf eingebrannt, dass es doch eine Herausforderung war.

Haben Sie sich eher an Lieblingssongs gewagt, oder doch an die für Sie Unbekannteren?

Louisan: Gemischt. Ich habe auch mal auf andere gehört, die mir empfahlen einen bestimmten Song auszuprobieren. Manchmal ist man selbst nicht sein bester Berater, denn man sucht sich immer das aus, was einem nahe liegt. Damit kommt man jedoch nicht weiter, denn man bricht nicht aus seinem Raster aus. Ich liebe Balladen und ich mache glaube ich einfach immer alles zu Balladen. Das ist schlimm. (lacht)

Bekommen die Zuschauer dieses Mal auch etwas zu hören, das nicht zur Ballade gemacht wurde?

Louisan: Ja, das bekommt man auch. Mal sehen, ob das funktioniert.

Was ist für Sie besonders reizvoll an „Sing meinen Song“?

Louisan: Natürlich das Live-Musizieren, was es im deutschen Fernsehen kaum noch gibt. Und die Leute, die ich auch so lange aus dem Fernsehen kenne, endlich näher kennenzulernen. Es ist einfach toll Leute zu treffen, die das gleiche machen und die schon so viel erlebt haben. Da kann man noch einiges dazulernen. Der größtmögliche gemeinsame Nenner gibt einem immer extrem viel.

Hätte es einen Künstler gegeben, von dem Sie nichts hätten singen können, weil Sie es sich einfach nicht zugetraut hätten?

Louisan: Gott sei Dank ist es kein Gesangswettbewerb. Man darf sich alles zu eigen machen. Ich bin kein Wettbewerbstyp und hätte auch nicht mitgemacht, wenn es einer gewesen wäre. Musik ist einfach so unterschiedlich und polarisiert. Es gibt so unterschiedliche Richtungen. Zu mancher Musik möchte man tanzen, zu anderer reden oder allein sein – oder einfach nur weinen. Es ist alles nicht miteinander zu vergleichen.

Aber eine Reaktion bekommt man ja auf jeden Fall – ob die nun negativ oder positiv ist.

Louisan: Ich weiß nicht, ob ich in der Lage bin Kollegen zu kritisieren. Dafür habe ich viel zu viel Respekt vor ihnen. Es kann ja auch immer mal etwas schief gehen. Es geht eher darum, dem anderen ein gutes Gefühl zu geben.

Sind Sie auf eine Version eines Songs besonders gespannt?

Louisan: Ich bin gespannt auf ‚Das Spiel‘. Ich weiß, was das für ein harter Brocken ist. Ich habe mir daran auch schon die Zähne ausgebissen, um andere Versionen zu finden – es ist mir nicht immer geglückt. Ich bin gespannt und hoffe, dass es ein Mann singt.“