Fernsehen

Eva Mattes „hätte manchmal gerne brisantere Fälle gehabt“

In „Lena Lorenz“ wird Eva Mattes, die seit 14 Jahren als „Tatort“-Kommissarin bekannt ist, ausnahmsweise mal zur grantigen Bäuerin.

Idyllisch ist das Landleben – meistens: Eva Mattes (l.) als Bäuerin Eva mit ihrer Serientochter Patricia Aulitzky (r.) als Lore Lorenz.

Idyllisch ist das Landleben – meistens: Eva Mattes (l.) als Bäuerin Eva mit ihrer Serientochter Patricia Aulitzky (r.) als Lore Lorenz.

Foto: ZDF/Susanne Bernhard

Berlin.  Seit 14 Jahren ermittelt sie als „Tatort“-Kommissarin am Bodensee – doch die Tage von Eva Mattes als Konstanzer Ermittlerin sind gezählt: Im Herbst dieses Jahres löst Kommissarin Klara Blum ihren letzten Fall. Dem Fernsehen bleibt Theaterstar Mattes aber treu, zunächst in der Heimatfilmreihe „Lena Lorenz“. Die 61-Jährige spielt eine grantige Bergbäuerin, deren Tochter Lena (Patricia Aulitzky) unverhofft in die bayerische Heimat zurückkehrt und dort als selbstständige Hebamme arbeitet. Im Interview sprach die Schauspielerin über ihren Abschied vom „Tatort“ und ihre Lust auf wilde Sachen.

Frau Mattes, Ihr Konstanz-„Tatort“ wird demnächst eingestellt. Hat Ihnen die Arbeit als Kommissarin auf Abruf zuletzt überhaupt noch gefallen?

Eva Mattes: Ja, natürlich. Selbst wenn ich manchmal nicht ganz zufrieden war mit einem Drehbuch, hat mir die Arbeit immer Spaß gemacht. Aber ich wollte trotzdem aufhören. Ich muss auch mal loslassen und zu etwas Neuem übergehen, das ist wichtig für mich. Es hat sich in den letzten Jahren angebahnt, und nun kam der Punkt, an dem ich gesagt habe: Jetzt höre ich auf. Das hat sich dann gleichzeitig mit der Entscheidung des Senders ergeben.

Sie sagen, dass Sie nicht immer zufrieden waren: Was hat Ihnen denn gefehlt am viel kritisierten Konstanzer „Tatort“?

Mattes: Ich hätte manchmal gerne brisantere Fälle gehabt, die noch mehr im heutigen Zeitgeschehen verwickelt sind. Und manchmal hätte ich mir gewünscht, dass stärker betont wird, was sich in Klara Blums Kopf abspielt, weil sich der Zuschauer dann noch mehr mit dem Fall identifizieren kann.

In welche Projekte wollen Sie die frei werdende Zeit nach dem „Tatort“ investieren?

Mattes: Ich würde wieder gerne mehr Theater spielen. Und wahnsinnig gerne Kino, was in meinem Alter aber nicht gerade einfach ist. Es mangelt an Rollen für Frauen wie mich. Im Fernsehen würde ich gerne brisantere, provokantere, schrägere Sachen machen. So wie früher, als ich für das Wilde bekannt war und wo es immer hieß, ich sei mutig. Danach sehne ich mich.

Wie passt dazu die Heimatfilmreihe „Lena Lorenz“, in der Sie eine bayerische Bergbäuerin spielen?

Mattes: In diese Sparte passt sie nicht wirklich hinein. Aber immerhin ist diese Bäuerin, die ich da spiele, grantig. Das habe ich noch nicht gespielt, es waren immer eher weichere Figuren, früher sowieso.

Sie sind ja am Tegernsee geboren. Vermissen Sie das Landleben?

Mattes: Kuhställe brauche ich nicht unbedingt. Ich bin ein reines Stadtkind. In Berlin-Kreuzberg wohne ich auf dem Dach, mit Wiese, Salat, Löwenzahn und Bäumen. Ruhe gibt es auch in der Stadt. In meiner Wohnung ist es so still, dass viele Leute denken, das ist ja wie auf dem Land.

„Lena Lorenz“, vier neue Folgen ab Donnerstag, 7. April, 20.15 Uhr im ZDF