Interview

„Ein starkes Team“: Stefanie Stappenbeck über die neue Rolle

Stefanie Stappenbeck ermittelt zum zweiten Mal als Kommissarin Linett Wachow in der ZDF-Krimireihe „Ein starkes Team“. Ein Interview.

Schauspielerin Stefanie Stappenbeck.

Schauspielerin Stefanie Stappenbeck.

Foto: © JÖRG KRAUTHÖFER

Berlin.  Der Tod von Maja Maranow sorgte vor einigen Wochen für große Bestürzung: Nur wenige hatten von der schweren Krebserkrankung der 54-Jährigen gewusst, die mit der Krimireihe „Ein starkes Team“ bekannt geworden war. Ihre Nachfolgerin ist Stefanie Stappenbeck: In der Folge „Tödliche Botschaft“ (20.15 Uhr, ZDF) ermittelt die 41-Jährige jetzt zum zweiten Mal als Kommissarin Linett Wachow.

Frage: Frau Stappenbeck, Sie sind neue Kommissarin in der Krimireihe „Ein starkes Team“. Wussten Sie von der Krebserkrankung Ihrer Vorgängerin Maja Maranow?

Stefanie Stappenbeck: Nein, ich wusste das nicht. Maja Maranow hat ihre Krankheit ganz diskret behandelt, was ich auch sehr gut verstehen kann. Unser ganzes Team dachte, dass sie sich nach 20 Jahren schauspielerisch zu neuen Ufern begeben wollte und deshalb die Rolle in „Ein starkes Team“ aufgegeben hat. Als ich im Januar die Nachricht bekommen habe, dass sie nicht mehr lebt, war ich völlig geschockt. Ich kann es bis heute nicht richtig glauben.

Frage: In der Auftaktfolge wurde die von Ihnen gespielte Ermittlerin von Kommissar Otto Garber sehr kühl begrüßt. Wie war der wirkliche Empfang?

Stappenbeck: Zum Glück ganz anders. Ich kenne Florian schon seit Langem und habe ihn von Herzen gerne. Wir haben vor Jahren mal zusammen gedreht und hatten nach der Wende in Berlin-Mitte, am Hackeschen Markt, die gleichen Stammkneipen. Wir sind beide alte Ossis und haben so eine bestimmte Verbundenheit, die man wohl hat, wenn man aus der gleichen Ecke kommt.

Frage: Haben Sie eine Lieblingsermittlerin im Fernsehen?

Stappenbeck: Ich fand Ulrike Folkerts als Kommissarin Lena Odenthal schon immer besonders. Aber eigentlich mag ich alle Ermittlerinnen im Fernsehen. Ich bin verliebt in Eva Mattes, und ich finde die Figur super, die Maria Furtwängler im Tatort erfunden hat. Ich mag Meret Becker im Berliner Tatort, aber auch Maria Simon, Anneke Kim Sarnau, Jasmin Tabatabai – ich liebe einfach Frauen als Kommissarinnen.

Frage: Spielt das Thema Emanzipation bei der Darstellung einer Ermittlerin heutzutage noch eine Rolle?

Stappenbeck: Ich weiß nicht, ob das jemand mal gezählt hat, aber ich habe das Gefühl, dass das Verhältnis zwischen Männern und Frauen im Fernsehkrimi heute 50 zu 50 ist. Heute ist das nichts Besonderes mehr, die Quote ist also voll erfüllt. Ich finde es bei meiner Figur in „Ein starkes Team“ sogar ganz besonders toll, dass sie so uncool ist. Sie hat nicht vom ersten Tag an coole Sprüche auf der Lippe, kann nicht mit allen Situationen perfekt umgehen, muss erst noch Souveränität dazugewinnen. Sie ist unperfekt, hat den Kopf noch in den Wolken, lässt sich in der ersten Folge auch mal von einem Knacki einschüchtern. Und genau das finde ich toll.

Frage: Ihr Kollege Florian Martens hat als Ermittler Otto das Etikett als „Dosenbierbulle“. Welches Etikett würden Sie sich für Ihre Rolle wünschen?

Stappenbeck: Hm – wünscht sich überhaupt jemand ein Etikett? Aber wenn überhaupt, dann vielleicht: Die Unberechenbare.