ARD-Komödie

In „Endstation Glück“ ziehen Freunde in eine Senioren-WG

„Endstation Glück“ in der ARD: Drei Freundinnen tun sich zu einer Senioren-WG zusammen. Ihr Mitbewohner: ein liebenswerter Hypochonder.

Drei Schulfreundinnen, die sich im Alter noch einmal für eine gemeinsame Wohngemeinschaft entscheiden: Rosina (Gudrun Landgrebe, links), Luise (Barbara de Koy, Mitte) und Helene (Gundi Ellert, rechts).

Drei Schulfreundinnen, die sich im Alter noch einmal für eine gemeinsame Wohngemeinschaft entscheiden: Rosina (Gudrun Landgrebe, links), Luise (Barbara de Koy, Mitte) und Helene (Gundi Ellert, rechts).

Foto: SWR/Maria Wiesler

Berlin.  Helene (Gundi Ellert), die ihr Leben ganz in den Dienst der Familie gestellt hat, will nach dem Tod ihres Mannes endlich an sich denken und eine Weltreise machen; ihre unselbstständige Tochter Corinna (Julia Nachtmann), längst selbst Mutter, hängt immer noch an ihrem Rockzipfel. Schockiert muss Helene feststellen, dass der Gatte die gesamten Ersparnisse in einen stillgelegten Bahnhof investiert hat; hier wollte er gemeinsam mit dem pensionierten Lokführer Arthur (André Jung) ein Eisenbahnmuseum eröffnen. Helene erbt zwar den Bahnhof, aber Arthur hat Wohnrecht auf Lebenszeit.

Rosina (Gudrun Landgrebe) wiederum war in Amerika ein gefeierter Musicalstar, aber ihre Zeit ist vorbei. Außerdem macht ihr immer noch zu schaffen, dass der akademische Vater ihre Leidenschaft für Tanz und Gesang stets als „Tingeltangel“ abgetan hat. Gemeinsam mit der ebenfalls alleinstehenden, ewig schlecht gelaunten und von Rosina daher als „Blaustrumpf“ bezeichneten Luise (Barbara de Koy) ziehen die beiden Freundinnen in den Bahnhof und arrangieren sich dort mehr schlecht als recht mit dem eigenbrötlerischen Arthur, der zu allem Überfluss auch noch Hypochonder ist.

Der Film plätschert spannungslos dahin

Auch in diesem Film gibt es das eine oder andere Drama, aber die Fallhöhe ist gering. Schon die Besetzung der beiden Hauptrollen mit Gudrun Landgrebe und Gundi Ellert ist ein deutliches Signal: Der Film wirkt wie ein Kompromissangebot für Zuschauerinnen, die sich einst an Reihen wie „Lilly Schönauer“ oder „Utta Danella“ erfreut haben. Dazu passt auch die Regisseurin: Karola Meeder hat fürs ZDF rund 30-mal „Traumschiff“, „Kreuzfahrt ins Glück“ oder „Inga Lindström“ inszeniert.

Weil „Endstation Glück“ auf echte Aufreger verzichtet, plätschert der Film ein bisschen spannungslos vor sich hin; auch die Binnendramaturgie der einzelnen Handlungsbögen steuert nicht gerade von einem Höhepunkt zum nächsten. Natürlich gibt es dennoch offenkundige und unterschwellige Konflikte. Luise schleppt eines Tages einen jungen Mann (Tillbert Strahl) an, der längst vergessene Gefühle in ihr wachruft, aber weil Rosina offenbar nichts anbrennen lässt, baggert sie ihn prompt an; Arthur macht sie ebenfalls schöne Augen, als Helene ihr Herz für den schrulligen Eisenbahnfreund entdeckt.

WG-Bewohnerinnen tauschen Bosheiten aus

Es gibt also das eine oder andere Wortgefecht zwischen den WG-Mitgliedern; und gerade Helene und Luise, die sich noch nie leiden konnten, tauschen einige Bosheiten aus. Rosinas Vater wird 85, wegen seines Geburtstags ist sie überhaupt in ihre Heimat zurückgekehrt. Aber bei ihrem ersten Besuch im Seniorenheim tut er so, als erkenne sie nicht. Bei der Geburtstagsfeier hält sie darauf eine bewegende Rede, auf die ihr Vater überaus verletzend reagiert. Das Drama nimmt seinen Lauf.

Fazit: Buch und Regie hätten ruhig mehr in die Tiefe gehen können, zumal die drei Hauptdarstel­lerinnen gut zu ihren Rollen passen und gut funktionieren.

Sendetermin: Freitag, 1. April, 20.15 Uhr, ARD