Venedig-Krimi

Commissario Brunetti soll Tod eines Laufburschen aufklären

Im neuen TV-Krimi „Donna Leon“ glaubt Brunetti nicht an einen Suizid. Bei den Ermittlungen findet der Commissario findet Widersprüche.

Guido Brunetti (Uwe Kokisch, links) ermittelt wieder in Venedig.

Guido Brunetti (Uwe Kokisch, links) ermittelt wieder in Venedig.

Foto: ARD Degeto/Nicolas Maack

Berlin.  Commissario Brunetti (Uwe Kockisch) ist schwer genervt, weil sich seine Frau massiv in die Arbeit an seinem neuen Fall einmischt. Doch nicht nur das: Zu allem Übel macht Brunettis Chef Patta (Michael Degen) neuerdings auch noch Exklusivansprüche auf die so clevere wie fleißige Sekretärin Signorina Elletra (Annett Renneberg) geltend, was bedeutet, dass Brunetti ohne deren Hilfe klarkommen muss.

Denkbar ungünstige Voraussetzungen also für den berühmten Commissario aus Venedig, der im ARD-Krimi „Donna Leon: Das goldene Ei“ den rätselhaften Tod eines Laufburschen aufklären muss. Zum Glück stehen im entscheidenden Moment doch noch Signorina Elletra und ihr neuestes Computerprogramm zur Verfügung. Das bringt den zunächst lauwarm vor sich hinplätschernden Fernsehkrimi zu seinem erwartbar guten Ende.

Besonders Brunettis Frau ist tief betroffen

Ausgerechnet vor dem Haus des Commissarios bricht der junge Davide von der Wäscherei zusammen, Gerade hatte er Paola Brunetti (Julia Jäger) die frisch gebügelten Klamotten nach Hause getragen. Wie sich herausstellt, starb der geistig behinderte junge Mann an einer Überdosis Herztabletten, die ihm seine Mutter Ana Cavanella (Juliane Köhler) gegeben hat. Sie habe dem zutiefst unglücklichen Jungen trotz größter Bedenken beim schon länger beabsichtigten Suizid helfen wollen, gibt die verhärmte und tiefreligiöse Frau zu Protokoll: „Jetzt hat er seinen Frieden gefunden.“

Der Fall scheint also sonnenklar, und die Akten könnten eigentlich geschlossen werden. Doch Brunetti und vor allem seine von Davides Tod sehr betroffene Frau, die zum Ärger des Commissarios selber eifrig Beweise sammelt und sogar eigenmächtig Zeugen befragt, geben sich mit der einfachen Erklärung vom Selbstmord nicht zufrieden. Je mehr Fragen Brunetti stellt, desto mehr verwickeln sich die Mutter des Toten, seine Tante und auch sein Arzt in Widersprüche. Die Ermittlungen führen den Commissario zur alteingesessenen und einflussreichen venezianischen Unternehmerfamilie Lembo, die in ihrem prächtigen Palazzo hinter dicken Mauern residiert und sich offenbar anmaßt, über Leben und Tod zu entscheiden.

Bei Donna Leon erstrahlt Venedig noch im alten Glanz

Was die Handlung vor allem in den ersten beiden Dritteln des Krimis an Rasanz und Spannung vermissen lässt, macht Regisseur Sigi Rothemund, der die Brunetti-Folge nach dem gleichnamigen Roman von Donna Leon inszeniert hat, mit herrlichen Bildern von Venedig wieder wett. Die in Wahrheit an vielen Stellen von Touristenmassen geradezu überrannte Lagunenstadt bewahrt sich in den beeindruckend fotografierten Donna-Leon-Verfilmungen noch etwas von dem alten Glanz und der bezaubernden Atmosphäre.

Fazit: Die Drehbuchautoren Stefan Holtz und Florian Iwersen machen es nicht zu kompliziert: Die Guten sind gut, die Bösen richtig böse und bekommen dann auch, was sie verdienen. Und Regisseur Sigi Rothemund setzt das alles mit viel venezianischem Lokalkolorit in Szene.

Sendertermin: Donnerstag, 31. März, 20.15 Uhr, ARD