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„Let’s Dance“: Das waren die besten Sprüche und Momente

Juror Llambi spricht bei „Let’s Dance“ von „gegenseitiger Befruchtung“ und Niels Ruf hat eine dürftige Entschuldigung. So war die Show.

Beach-Volleyballer Julius Brink und Profitänzerin Ekaterina Leonova in der „Let’s Dance“-Show am Freitagabend: 13 Prominente tanzten sich in die nächste Runde.

Beach-Volleyballer Julius Brink und Profitänzerin Ekaterina Leonova in der „Let’s Dance“-Show am Freitagabend: 13 Prominente tanzten sich in die nächste Runde.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Berlin.  Sie schweben, hoppeln und stampfen wieder über das Parkett: In Woche zwei tanzten sich 13 Prominente bei RTL eine Runde weiter zum „Dancing Star 2016“. Vier Stunden lang hielt die Sendung ihre Zuschauer am Freitagabend wach vor dem Fernseher und hatte immerhin einige Überraschungen parat.

Im Vordergrund stand dabei der Streit um einen Kommentar von Kandidat Niels Ruf, der nun noch einmal von Juror Joachim Llambi eine Standpauke zu hören bekam, die sich gewaschen hatte. Doch bei all den Zwischentönen bot die Sendung vom Freitagabend vor allem eines: Große, echte Gefühle und einige unerwartete Talente.

Das Comeback des Abends feierte Daniel Hartwichs Frisur. Der Moderator sah in der ersten Live-Show noch aus wie ein begossener Hund und erntete damit einen regelrechten Shitstorm. Nun erschien er aber wieder wie aus dem Ei gepellt auf dem Parkett. Eltern pubertierender Jungs zweifeln daran, aber hier ist der Beweis: Haargel hat einen Sinn.

Den fiesesten Seitenhieb lieferte Schmuckdesignerin sowie Haas-, Becker- und Pocher-Ex Alessandra Meyer-Wölden (33). Im Einspieler mahnte Tanzpartner Sergiu, sie brauche mehr Sexappeal. Meyer-Wölden schlug was Besseres vor: „Ich kann mir auch die Lippen aufspritzen lassen – wie Verona Pooth.“ Geholfen hätte das beim Tanzen vermutlich auch nicht. Einen ohnehin äußerst langsamen Salsa nahm Meyer-Wölden zum Anlass, übers Parkett zu hoppeln. Vermutlich aus Sicherheitsgründen tanzte sie von Beginn an Barfuß. Immerhin: Ein Rad schlagen kann sie.

Die beste Verwandlung legte Beach-Volleyballer Julius Brink (33) hin. Verzeihung: „Julio“ Brink. Dem hatte Jurorin Motsi Mabuse bereits in der ersten Live-Sendung attestiert, er könne den anderen „gefährlich werden.“ Prompt kramte Brink den Latino aus sich heraus. Getanzt wurde eine Rumba. Klar, alles noch ein bisschen norddeutsch steif, aber Taktsicherheit und verdammt viel Gefühl machten den Auftritt zu einem der schönsten des Abends.

Bester Spruch I: Beim Training nahm Brink die Attitüde, die lateinamerikanische Tänze so mit sich bringen, gründlich aufs Korn. „Es ist doch so: Ich bin ein geiler Typ und die Alte tanzt da vorne ein bisschen vor mir rum.“ Übel nahm ihm Partnerin Ekaterina Leonova (28) das nicht. Die forderte stattdessen einen entschlosseneren Gesichtsausdruck. Julius „Julio“ Brink gab sich schließlich geschlagen: „Ich denke, ich schaue sie leidenschaftlich an und sehe stattdessen immer noch aus wie ein Karpfen.“

Bester Spruch II: Karpfenhaft war der Auftritt nun wirklich nicht. Juror Joachim Llambi etwa brach beinahe in Begeisterungsstürme aus und ließ seinen gedanklichen Assoziationen freien Lauf: „Ihr habt euch gegenseitig befruchtet sozusagen!“

Bester Spruch III: Nicht leicht hatte es Vorzeige-Veganer Attila Hildmann. Bei seiner Rumba ließen Rhythmus, Gefühl und Ausdruck zu wünschen übrig. Seine Partnerin Oxana Lebedew (28) hingegen war ganz wunderbar anzusehen. Das wurmte Joachim Llambi so sehr, dass er Hildmann prompt eine Standpauke hielt. „Bohnen und Karotten! Iss mal ein Chili und vernasch das Häschen“, sagte Llambi zu Hildmann mit Blick auf Oxana. „Das ist kein Blumenkohl, das ist eine Frau aus Fleisch und Blut, die du da neben dir stehen hast.“ Wo er Recht hat.

Den bewegendsten Auftritt des Abends konnte Victoria Swarovski für sich beanspruchen. Der Spross der gleichnamigen Schmuck-Dynastie ist bislang wohl die Überraschung der Staffel. Auch wenn es so aussieht, leicht fällt der 22-Jährigen das Tanzen nicht. „Ich kann mich nicht fallen lassen, habe Angst verletzt zu werden“, sagte Swarovski. „Ich muss ihr das Gefühl geben, dass ich für sie da bin, egal was passiert“, sagte Partner Erich Klann ernst. Geht es hier noch ums Tanzen?

Ja! Denn dabei wird deutlich, dass beim Tanzen neben Technik und Selbstsicherheit die Harmonie der Tänzer entscheidend ist. Und davon hatten die beiden eine ganze Menge. Selten hat man auf der Fernsehbühne einen so leidenschaftlichen Slowfox gesehen. Chapeau!

Den schrägsten Moment erlebte das Trio bestehend aus Schauspielerin Nastassja Kinski (55), Profitänzer Christian Polanc und Moderatorin Silvye Meis (beide 37). Nach einer gelungenen Rumba badete Kinski im Glück und sagte zu ihrem Tanzpartner: „Du bist ein wunderbarer Mensch und eröffnest mir eine wundervolle neue Welt.“ Das konnte Polanc nicht auf sich sitzen lassen und antwortete brav: „Du bist eine ganz wunderbare Person, jetzt merke ich, wie schön das alles doch ist.“ Aha.

Nastassja bekam gar nicht genug davon und wollte noch einmal ausholen, doch da kam ihr Sylvie Meis zuvor. Die hat nämlich daneben gestanden, die Liebeleien wortlos mit angehört und schließlich für einen Kameraschwenk zum Jurorentisch gesorgt. Pikant: Als Kandidatin wurde Sylvie Meis seinerzeit ein Verhältnis mit Polanc nachgesagt.

Den Wendler des Abends lieferte nicht der Namensgeber selbst, sondern Jurorin Motsi Mabuse. So machte der Schlagersänger beim Slowfox keine allzu schlechte Figur. Doch Mabuse, die stets die Balance zwischen Kritik und Motivation zu halten vermag, sah diesmal kein Potenzial. „Mit der Musik läuft da nichts“, sagte Mabuse zu dem Sänger.

Die Weisheit des Abends war zwar auch nicht neu, kam aber überzeugend. Die strahlende Schauspielerin Jana Pallaske (36) erzählte von ihrer Kindheit, etwa wie sie nach der Wende als „elfjähriges Ossi-Mädchen“ im Westen zur Schule ging und permanent verkloppt wurde. Letztlich sei der Weggang in die USA ihre Befreiung gewesen. „Der einzige, der für dein Glück sorgen kann, bist du selbst.“

Die schlechteste Entschuldigung kam von Niels Ruf. Der hatte in der vergangenen Wochen mit seinem „Ich kann mir beide Füße von Sylvie in den Mund stecken“-Kommentar viel Kritik eingesteckt. Moralapostel Llambi forderte erneut eine Entschuldigung für das Benehmen. „Solche Äußerungen passen nicht in eine Familienshow!“ Das Wort Entschuldigung ist im Interview mit Sylvie Meis dann sogar gefallen, nur danach angehört hat es sich nicht.

Ruf (42) musste am Ende auch die Show verlassen. Zu niedrig die Wertungen von Jury und Publikum. Nun mag man sagen, dass er es für seine unverhohlenen Sprüche verdient hatte, zu gehen. Das stimmt wohl. Aber gut getanzt hat er eben auch nicht.