Castingshow

GNTM-Kandidatin stürzt auf Catwalk und bricht sich den Zeh

In Folge sechs von „Germany’s Next Topmodel“ gab es Schock-Momente und eine Verletzte. Und leider auch unverhältnismäßig viel Werbung.

Farbiges Fotoshooting: Laura B., Christin, Julia (von links, hinten) und Fata ganz in grün.

Farbiges Fotoshooting: Laura B., Christin, Julia (von links, hinten) und Fata ganz in grün.

Foto: ProSieben

Berlin.  Liebes ProSieben, ich habe heute leider keinen Artikel für dich – na gut, war’n Spaß. Aber mal ehrlich: Drei Monster-Werbeblöcke in der letzten Sendestunde, nur damit man die Entscheidung künstlich in die Länge ziehen kann? Spannend geht anders! Dabei ließ sich die sechste Folge von „Germany’s Next Topmodel“ doch ganz gut an.

Denn Heidi Klum griff zu einem Trick, der sich noch immer bewährt hat, um ihre „Määädchen“ aus der Fassung zu bringen. Man nehme: ein Foto-Shooting auf einem Parkhausdach in L.A., Fashion-Foto-Größe und Heidi-Darling Rankin und ein nur halb angezogenes männliches Model mit eins, zwei, drei, vier, fünf, ah ja, sechs gut sichtbaren Bauchmuskeln. Über Sixpack-Gil, oder wie Heidi ihn nennt: „das Accessoire“, freuten sich allerdings nicht alle Kandidatinnen.

Nahtoderfahrung beim Kuss-Shooting

In dieser Staffel war es an Jasmin, die unvermeidliche Aber-ich-hab-doch-einen-Freund-Heuchelei anzustimmen. Doch alles Zetern und Wehklagen half nichts, einer musste den Job ja machen und dem Accessoire an die Wäsche. Und es kam sogar zum Äußersten: Küssen! Iiih-bah. „Es hat mich schockiert“, sagte Jasmin im Anschluss über dieses traumatische Erlebnis, sprach gar von einer Nahtoderfahrung: „Ich bin fast gestorben.“ Doch das war nicht die schmerzhafteste Szene, die die Folge zu bieten hatte.

Im Kampf um ein Casting für die Berlin Fashion Week mussten die rivalisierenden Teams der Juroren Thomas Hayo und Michael Michalsky im Eins-zu-Eins gegeneinander antreten, sprich: laufen. Der Haken an der Sache: Die Schuhe waren den Mädels entweder zu groß oder zu klein. Als wäre es nicht schon schwer genug, überhaupt auf zwölf Zentimeter hohen Absätzen zu gehen, geschweige denn, dabei auch noch gut auszusehen.

Camillas Reaktion nach ihrem Sturz begeistert die Jury

Immerhin: 13 der 14 verbliebenen Kandidatinnen brachten den Walk unfallfrei über die Bühne. Nur Camilla legte sich in ihren zu kleinen High Heels auf die Nase, rappelte sich aber wieder auf und brachte die Challenge tapfer zu Ende. So viel Steh-auf-Qualitäten imponierten It-Model Winnie Harlow, die in dieser Woche als Gast-Jurorin dabei war. Sie kürte Camilla zur Siegerin, was im gegnerischen Team die – natürlich rein zu Informationszwecken gestellte – Frage aufkommen ließ: „Hätte sie den Punkt auch bekommen, wenn sie nicht gestürzt wäre?“

Was zu dem Zeitpunkt noch niemand wusste: Camilla hatte sich bei ihrem Sturz ernsthaft verletzt. Mit dem Notarzt ging es ins Krankenhaus. Die Diagnose: Zeh gebrochen. Wenn das mal nicht der heldenhafteste Einsatz in einem Wettkampf seit Bert Trautmann ist. Die Torhüter-Legende spielte vor sechs Jahrzehnten ein FA-Cup-Finale trotz Genickbruchs (!) zu Ende. Als Belohnung für so viel Leidensfähigkeit gab’s den Pokal. Also so was wie ein Foto, nur halt für Fußballer.

Zwei Kandidatinnen müssen die Koffer packen

Für Camilla hingegen gab’s erst mal einen Gips. Wie praktisch, dass der Entscheidungslauf diesmal ein Entscheidungsflug war – Auftreten unnötig. Als Marionetten sollten die Mädels an Fäden durch die Luft schweben – und so offenbar schon mal aufs echte Modelleben vorbereitet werden. Während Camilla trotz Handicaps überzeugen konnte, taten sich andere schwer. Praktischerweise lieferte ProSieben die entsprechenden Bewegtbilder dazu in homöopathischen Dosen, so dass zwischendurch genug Zeit blieb, um das Badezimmer neu zu fliesen, einen Iron Man zu laufen und eine Doktorarbeit zu schreiben. Titel: „Der Einfluss von übermäßigem Castingshow-Konsum auf die geistige Gesundheit“.

Aus den Übertragungsfetzen ließ sich aber letztendlich diese Erkenntnis zusammenklöppeln: Kampfgeist bringt einen weiter, Lustlosigkeit und Lethargie eher nicht. Gehen mussten daher Christin und mit Yusra leider auch eine der wenigen, die ein gewisses Streitpotenzial in sich bargen. Das Füllen der Sendezeit wird damit nicht einfacher für ProSieben. Wobei: Werbung geht ja immer.