Fernseh-Krimi

Witzig oder infantil? Fans twittern über den Dresden-Tatort

Premiere beim Tatort: Zwei Kommissarinnen ermitteln in Dresden gegen brutale Schlagerbarden. Die Twitter-Gemeinde ist sich uneins.

Berlin.  Mit viel Selbstironie und Witz ermittelte sich das neue Tatort-Team aus Dresden am Sonntag durch die Sachsen-Metropole. Ein Mord in der Schlagerszene wurde zum Premieren-Fall für die Kommissarinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Henni Sieland (Alwara Höfels).

Zwei Frauen als Ermittler-Duo: Die eine plagt sich mit einem problematisch pubertierenden Teenager herum. Die andere will erst noch schwanger werden und begleitet ihren Mann zum Spermien-Tauglichkeitstest. Dazu ein politisch unkorrekter, unbeholfener Chef. Eine schusselige Polizeianwärterin, der man am liebsten in die Bäckchen kneifen würde, so niedlich wie sie ist. Ein sächsischer Schlagerfan, der mit Muddi Mau-Mau spielt. Und ein paar Schlager-Schläger, die den größten Sympathieträger des Dresdener Tatortes direkt wieder aus dem Drehbuch prügeln. Da hatte Drehbuchautor Ralf Husmann („Stromberg“) der Twitter-Gemeinde so manche Steilvorlage geliefert.

Traditionell wurde dementsprechend auch der neue Sachsen-Tatort am Sonntagabend schnell zum Trending Topic im Kurznachrichtendienst. Es gab viel Lob, aber auch Kritik und Häme. Einigkeit herrschte also nicht.

Was die Einschaltquoten betrifft, konnte der neue ARD-„Tatort“ aus Dresden einen Erfolg verbuchen. 9,55 Millionen Zuschauer sahen am Sonntagabend ab 20.15 Uhr den ersten Fall des Ermittler-Duos Gorniak und Sieland. Der Marktanteil betrug 25,4 Prozent, beim jüngeren Publikum zwischen 14 und 49 Jahren 22,5 Prozent. Zeitgleich kam das ZDF-Drama „Katie Fforde: Die Frau an seiner Seite“ mit 4,61 Millionen Zuschauern (12,2 Prozent) dem „Tatort“ noch am nächsten. (mit dpa)