ARD-Film

„Seitensprung mit Freunden“ ist ein biederes Betthupferl

Die ARD-Komödie „Seitensprung mit Freunden“ bietet am Samstag Top-Schauspieler und Unterhaltung, aber leider auch allerlei Klischees.

Fritz Karl (als Marc) und Caroline Peters (als Vanessa) leben im ARD-Film „Seitensprung mit Freunden" ihre Vorliebe für den Partnertausch aus.

Fritz Karl (als Marc) und Caroline Peters (als Vanessa) leben im ARD-Film „Seitensprung mit Freunden" ihre Vorliebe für den Partnertausch aus.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Essen.  Hoppla, ein ARD-Film verirrt sich am Samstagabend zur Hauptsendezeit in die Ödnis bürgerlicher Ehebetten im Berliner Bestverdienermilieu und rät zum „Seitensprung mit Freunden“? Keine Sorge, bis auf Sätze, wie lang einer ist oder wie lang einer kann, bleibt die Boulevardkomödie von Markus Herling (Regie) und Sabine Neumayer (Buch) immer hübsch oberhalb der Bettdecke, sucht eher brave Erheiterung als Frivolitäten und verschont ihr Publikum weitgehend von Derbheiten.

Von Klischees freilich nicht. Aglaia Szyszkowitz und Samuel Finzi geben das saturierte Ehepaar Julia und Paul, bei dem er schon fragt, ob sie betrunken ist, wenn sie an seinem Hosenschlitz herumnestelt, obwohl noch gar nicht Sonntag ist. Dazu schaltet das Bild auf einen versiegenden Rasensprenger im Garten, nun ja.

Swingerparty mit Freunden

Marc (Fritz Karl) und Vanessa (Caroline Peters), ihre Freunde, springen dagegen wie Frischverliebte durchs Leben, weil sie sich auf Swingerpartys amüsieren. Julia findet die Idee, mal mitzumachen, berauschend, Paul absurd, und nachdem ein Versuch bei einer entsprechenden Fete (mit Uwe Ochsenknecht als schmierlappigem Gastgeber im Seidenbademantel) vollends, pardon, in die Hose geht, beschließen die beiden, es mit den Freunden zu versuchen.

Und, oh Wunder, nach der ersten Nacht fühlen sich die Frustrierten wie befreit, führen sich auf wie Pubertierende, und die Partnertauscher haben’s ja ohnehin schon immer gewusst. Das ist selbst für eine Schmonzette, die nicht den Anspruch einer Therapiestunde haben kann, von schwer zu verarbeitender Schlichtheit.

Natürlich darf das Quergefummel auf Dauer nicht gut gehen, und man kann den Fortlauf der Geschichte mit hundertprozentiger Trefferquote vorhersagen. Liebe kommt ins Spiel, Enttäuschungen sind programmiert, es fließen Tränen, es gibt Krach, bevor selbstverständlich wieder alles ins bürgerliche Lot gerückt wird – selbst ein schauspielerisch so fähiges Quartett kann das alles nicht auffangen.

Fazit: Biederes Betthupferl mit tapferen Darstellern.

• Samstag, 27. Februar, 20.15 Uhr, ARD: „Seitensprung mit Freunden“