Fußball-Legende

„Zitatemaschine“ Thorsten Legat ringt bei Lanz mit Worten

Fußballfans und Freunde des RTL-Dschungelcamps kennen die derben Zitate von Thorsten Legat. Doch bei Markus Lanz wurde er sentimental.

Thorsten und Alexandra Legat sprachen bei Markus Lanz über ihre Familie.

Thorsten und Alexandra Legat sprachen bei Markus Lanz über ihre Familie.

Foto: Screenshot / ZDF

Mainz.  In der Talkshow von Markus Lanz läuft offensichtlich die Dschungel-Woche. Nach einem Besuch von Dschungelcamp-Gewinner Menderes Bagci am Vortag war Fußball-Rebell Thorsten Legat zu Gast. Doch anders als gewohnt, grätschte Legat nicht verbal durchs Studio, sondern glänzte mit feinem sprachlichen Stellungsspiel.

Dabei charakterisierte der Autor Micky Beisenherz, der auch die Texte fürs Dschungelcamp schreibt, den gebürtigen Bochumer als „Zitatemaschine“. Auch Moderator Markus Lanz blickte auf den Ausruf „Kasalla“ zurück, den Legat bei der RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" berühmt gemacht hatte. Doch Legat wehrte diese Aussagen wie in seinen besten Fußballerzeiten erst einmal ab. Mit seiner Frau Alexandra war er gekommen, um über sein Familienleben und die Person hinter der Terminator-Fassade zu reden. So sprach Legat über die Rolle seiner Mutter und sagte: „Meine Mutter war mein ganzes Leben. Danke, dass es dich gibt...noch gibt!“ Legat ist mittlerweile erfahren im Mediengeschäft, doch solche Sätze kommen ihm nicht einfach über die Lippen.

Das bestätigte auch seine Frau, die berichtete, dass Legats Buch geholfen habe, Privates – wie die Misshandlung durch den Vater – zu verarbeiten. Wie Thorsten Legat erzählt, hat aber auch seine Frau geholfen. „Ich habe mir eins gewünscht mein ganzes Leben: Wenn ich eine Frau finde, die mir zwei Kinder schenkt, dann brauche ich nichts mehr“, sagte Legat bewegt. Denn dies habe Alexandra Legat getan. Mit ihr und den Kindern lebt der heutige Trainer des FC Remscheid ländlich und freut sich nach eigenen Aussagen darüber, dass ihn Nachbarn dafür loben, wie zuvorkommend und nett seine Söhne seien.

Legat berichtet von Rehhagel im „Pinguinpelz“

Die vermeintlich weiche Seite, die Legat im Gespräch mit Markus Lanz präsentierte, konnte auch Willi Lemke, ehemaliger Manager von Werder Bremen und damals Chef von Legat, nachvollziehen. Doch mit eigenen Anekdoten spielte Lemke Legat auch immer wieder Steilpässe zu. Und diese drosch Legat dann natürlich konsequent ins Publikum. Da war zum Beispiel das Treffen in Essen mit Otto Rehhagel, dem Mann im „Pinguinpelz“, den Legat beinahe nicht erkannt hätte. Rehhagel war zu Vertragsverhandlungen in einem so langen Pelzmantel erschienen, dass Legat ihn nicht für einen König, sondern vielmehr für einen ungelenken Kaiserpinguin halten musste. Und dann war da noch die Posse um ein Mannschaftsfoto, bei dem Legat auf Schalke die Hose so weit hochzog, dass ihn der Verein danach zu einer Geldstrafe verdonnerte. Was als Scherz zwischen Legat und Mannschaftskollege Olaf Thon gedacht war, fanden die Vereinsverantwortlichen nicht so lustig, da das Foto sofort von den Medien verbreitet wurde. Alles das erklärte Legat in der für ihn typischen Sprache. Diese erklärte Legat im Übrigen auch. „Ich bin ja authentisch“, sagte er und ergänzte später: „Ich habe viel von meinen Freunden gelernt“. Und so habe er sich im Bochum der 1970er Jahre auch die Sprache angeeignet.

Da Legat schon mit seiner Frau gekommen war, verriet er auch, wie er sie in Stuttgart kennengelernt habe. Eine romantische Geschichte aus dem Mund des beinharten Sportlers klang dabei so: „Ich saß im Fitnessstudio und sagte laut: ,Es ist alles scheiße hier!’ Aber dann sagte eine Stimme von hinten ganz weich: ,Es ist nicht alles scheiße. Du hast mich!’“ Und da habe er gewusst, dass er mit dieser Frau für immer zusammenleben wolle.

Den Talk von Markus Lanz vom 25. Februar 2016 können Sie hier in der ZDF-Mediathek sehen.