Liebeskomödie

Der Sat.1-Film „Weil ich dich liebe“ ist rührend authentisch

Im Sat.1-Film „Weil ich dich liebe“ verliert sich ein Paar in seinem Alltag. Aber finden sie am Scheidungstermin wieder zusammenfinden?

Von Caroline Rosales
Ein Selfie-Foto für die Liebe: Eva (Felicitas Woll) und Luis (Renato Schuch) sind anfangs schwer verknallt.

Ein Selfie-Foto für die Liebe: Eva (Felicitas Woll) und Luis (Renato Schuch) sind anfangs schwer verknallt.

Foto: Joao Tuna / dpa

Berlin.  Schon die Anfangssequenz ist für einen Fernsehfilm, der sich unter der Kategorie „Romantische Komödie“ einsortieren lässt, ungewöhnlich: Ein Liebespaar steht am Strand. Direktes Sonnenlicht enttarnt jedes Fältchen auf ihren Gesichtern. Sie küssen sich leidenschaftlich – die Kamera geht ganz nah dran, gewährt keine Distanz. Der Zuschauer spürt sofort: Hier geht es nicht um stereotype Charaktere à la Rosamunde Pilcher – nein, es wird unangenehm, das Happy-End ist nicht garantiert.

Das Liebespaar, das sind Eva (Felicitas Woll) und Luis (Renato Schuch). Eheleute, die für ihre Liebe alles aufgaben und am Ende doch vor dem Scheidungsrichter stehen. Bis zum Termin vor dem Familiengericht ist zu Beginn von „Weil ich Dich liebe“ aber noch 90 Minuten Zeit. Bis dahin darf sich der Zuschauer in Rückblenden aus der gemeinsamen Zeit von Eva und Luis verlieren – ihre erste Begegnung in Lissabon, die Geburt von Sohn Tim, die großen Streitszenen bis zum Schluss.

Es gibt Streit, Schläge, Wutausbrüche und die Versöhnung

Diese Erzähltechnik ist sicherlich nicht neu und erinnert stark an François Ozons Kino-Meisterwerk „5x2“, dennoch macht Regisseurin Christina Schwiewe etwas Eigenes daraus. Nämlich einen Film, der von der ersten Sekunde an in einen Sog zieht. Es fühlt sich echt an, wenn das Paar sich streitet, ja sogar handgreiflich wird. Oder als der kleine Tim vor ein Auto läuft und sich seine Eltern lautstark auf dem Krankenhausflur streiten, um sich danach wieder in den Armen zu liegen. Oder wenn Eva mit ihrer Mutter über die Scheidung von ihrem Vater spricht.

Jede Szene scheint wiedererkennbar und aus dem Leben gegriffen. Erlebnisse, die man von sich selbst oder mindestens aus dem Bekanntenkreis kennt. Nicht zuletzt diese Authentizität hält den Spannungsbogen. Sicher kommt der ein oder andere Dialog etwas schemenhaft und hölzern daher, worüber die gute Story aber hinwegtröstet. Dass selbst der große Showdown vor dem Scheidungsgericht völlig ohne Kitsch auskommt, ist erfreulich, aber aufgrund der soliden dramaturgischen Vorarbeit auch kein Wunder. Und keine Sorge, selbst als Luis und Eva in der finalen Sequenz aus verschiedenen Autos steigen und das Gerichtsgebäude betreten, ist nicht vorhersehbar, wie ihre Entscheidung ausfallen wird.

Felicitas Woll spielte in rund 40 großen Produktionen mit

„Die Ehe ist vielleicht nur noch im Kopf wirklich romantisch“, sagt die Hauptdarstellerin Felicitas Woll (36) über ihren Film. „Das Einzige, worum Menschen kämpfen sollten, ist die Liebe.“

Es dient dem Film, dass Woll im Genre „Herz und Schmerz“ schauspielerisch geübt ist. Einst bekam sie für die Kultserie „Berlin, Berlin“ in ihrer Paraderolle als „Lolle“ den Deutschen Fernsehpreis. Seitdem hat sie in rund 40 großen Produktionen gespielt. Im Grunde ist „Lolle“ vor unser aller Augen erwachsen geworden und entpuppt sich nun als charmante, altersweise Heldin. Gut für sie.

Fazit: Authentischer Liebesfilm, der trotz seiner malerischen Kulisse ohne jeden Kitsch auskommt. Trotzdem: Taschentücher bereithalten.

• Dienstag, 23. Februar, 20.15 Uhr, Sat.1: „Weil ich dich liebe“