Dschungelcamp

Legat holt neun Sterne in der Dschungelprüfung – und weint

Jenny Elvers muss das RTL-Dschungelcamp verlassen. Doch den Nervenkitzel am Tag 9 lieferte Thorsten Legat: Kasalla für das Krokodil!

Die „Höhlenqualen“ in der Dschungelprüfung am Tag 9 hat Thorsten Legat überstanden. Später weint er im Dschungelcamp.

Die „Höhlenqualen“ in der Dschungelprüfung am Tag 9 hat Thorsten Legat überstanden. Später weint er im Dschungelcamp.

Foto: RTL/Stefan Menne

Berlin.  Es hat geblitzt und gedonnert im Dschungelcamp. Jenny hat das gar nicht gefallen, denn: „Ich mag keine Gewitter.“ Es blieb nicht der einzige Schreck des Tages für die Blondine. Die Zuschauer von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ wählten sie raus aus dem Camp, was Jenny sichtlich überraschte. Sie wär’ schon gerne noch geblieben, vielleicht wegen des Lagerfeuers, das in der australischen Nacht so muckelig knistert. Aber auch im RTL-Dschungel ist das Leben kein Wunschkonzert. Jenny ist also weg, damit wäre das geklärt. Stellt sich mir nur noch eine Frage: Wer zum Teufel ist diese Jenny überhaupt??

Ich geb’s zu, ich hab’ keine Ahnung vom Dschungelcamp.Tag Nummer 9 im Dschungelcamp 2016 ist mein erstes Mal. IBES ist die letzten Jahre zuschauertechnisch weitgehend genau so spurlos an mir vorübergerauscht wie Jenny Elvers.

Okay, ein paar Mal habe ich reingezappt, aber Tierhoden verzehrende C-Promis – das musste nicht sein. Nun soll es also doch sein. Meine erste IBES-Folge in voller Länge. Wegzappen gilt nicht. Keine Gnade.

Gunter Gabriel und Rolf Zacher schmerzlich vermisst

Es geht gleich los mit einer Enttäuschung. Gunter Gabriel und Rolf Zacher sind schon nicht mehr dabei. Ausgerechnet! Die beiden sind die einzigen aus der Camper-Riege, deren Namen mir etwas sagen – abgesehen von Sportskamerad Thorsten Legat, versteht sich. Gabriel war einer der Helden meiner frühen Jugend, als wir Anfang der Siebziger die ZDF-Hitparade guckten und bei „Er fährt ‘nen 30-Tonner Diesel“ mitsummten. Und Zacher gehörte jahrzehntelang zum Stammpersonal der Tatorts und Derricks, dem konnte man gar nicht entkommen. Aber was hilft’s, die Herren haben schlappgemacht. Nun also Helena, Ricky und Nathalie. Wer immer die auch sein mögen.

Aber zum Glück gibt es ja den Thorsten. Den kenne ich aus der Bundesliga. Er wird von RTL in die Prüfung des Tages geschickt. In einem unterirdischen Wasserbecken erwarten ihn laut Aufgabe – Achtung, Wortspiel! – „Höhlenqualen“. Ziemlich eng, ziemlich glitschig, weil er zwischen Fröschen, Aalen, Krebsen und anderem Getier herumplanschen muss. Doch Thorsten ist tapfer: „Ich stell’ mich in Diensten des Teams. Versagen ist, einen Krieg zu verlieren.“ Supi, Thorsten! Wie in Reeemscheid.

Thorsten Legat ohne Furcht vor dem Alligator

Der Mut verlässt Thorsten selbst dann nicht, als er um einen ausgewachsenen Alligator herumkrabbeln muss. Er gibt dem Krokodil Kasalla: „Komm her, du!!“ Am Ende sammelt Thorsten in der Höhle neun Sterne ein und ich frage mich, ob die so was ähnliches sind wie die Länderpunkte, die damals Hugo-Egon Balder bei „Tutti Frutti“ unters Volks brachte. Aber egal.

Thorsten ist jedenfalls so mächtig stolz auf seine Leistung als Kampftaucher, dass er ein bisschen weinen muss, denn: „Dat geht anne Psyche, anne Substanz un alles.“ Dabei hatte der Vater den kleinen Thorsten „immer gedrillt, keine Angst zu haben“. Immer wieder. „Dat nehm’ ich mit ins Grab, ey.“ Vor lauter Psyche hat Thorsten im Becken zwischen all den Fröschen dann auch noch „Pippi gemacht“.

Will man wirklich alles wissen?

Aber will man das alles wirklich wissen? Damit wir uns nicht falsch verstehen: Meine Dschungel-Abstinenz entsprang keiner eingebildeten Haltung kultureller Überlegenheit. Auch Trash kann Spaß machen. Aber man kann schließlich nicht alles gucken. Außerdem hab’ ich irgendwie den Verdacht, dass im Dschungelcamp alles irgendwie nach Plan abläuft.

Man könnte auch sagen: nach Drehbuch. Ex-Camper Costa Cordalis (auch so ein Held meiner frühen Jugend) hat’s ja gerade ausgeplaudert. Auf der anderen Seite: Was man so hört und liest von IBES: dumme Sprüche, platte Witze, Sticheleien – das passt doch irgendwie ein bisschen auch zu mir.

Meinen Spruch des Tages lieferte übrigens dieser Ricky. Der arme Kerl wird, glaube ich, irgendwie gemobbt von den anderen. Als die Camp-Bewohner sich gegenseitig Tieren zuordnen müssen („In jedem Start steckt ein Tier“), bekommt Ricky das Bild mit der Schlange umgehängt.

Er will aber keine Schlange sein und deshalb muss auch er weinen und jammert: „Ich hab’ das Gefühl, keiner nimmt mich ernst.“ Ich fürchte, da könntest du richtig liegen, Ricky.

Kommt Psycho-Thorsten wieder in die Spur?

Fazit: War’s das also für mich in Sachen IBES? Mal sehen. Vielleicht schau ich am Sonntagabend noch mal rein, so ein bisschen wenigstens. Es gibt schließlich weiteren Klärungsbedarf: Kriegt Ricky doch noch seine Banane? Kommt Psycho-Thorsten wieder in die Spur? Und wer sind eigentlich diese beiden albernen Moderatoren-Darsteller, die sich aufführen wie Didi Hallervorden und Helga Feddersen auf Ecstasy?