IBES

Dschungelcamp braucht Zivi für Zacher und Kloputzer für alle

Tag 5 im Dschungelcamp zeigt erstaunliche Parallelen auf: Helena Fürst redet so, wie Rolf Zacher sich bewegt und David Ortega denkt.

Berlin.  Alles vorbei? Den Zeiten der Klogänge und skurrilen Klogesänge endgültig ein Ende gesetzt? Eben noch hat uns Gunter Gabriel mit einer Räuberpistole par excellence verzückt („Da hielt sie mir doch glatt ne Waffe an den Kopf!“), schon sprach der singende Barde wirklich den Satz. Geplagt vom Hunger und den klimatischen Bedingungen, rief der 73-Jährige die magischen Worte gen Himmel: „Ich bin ein Star, lasst mich endlich hier raus.“ Gabriels Abgang erleichtert die Sendung nicht um ihren abartigen Fäkalhumor, der am Dienstagabend Überhand nahm.

Dazu kommen der immer verwirrter wirkende Camp-Pflegefall Rolf Zacher und Dauerbrenner Thorsten Legat. Für einen Lichtblick sorgte nur David Ortega, der seine romantische Seite entdeckte.

Die vielleicht beste schauspielerische Leistung lieferte Rolf Zacher ab, wenn er sich absichtlich so gibt. „Wie viele sind wir hier? Sind das zwölf und wir?“, fragte er Topmodel Nathalie Volk. Wenn Zacher allerdings tatsächlich so verwirrt ist, beginnt man sich Gedanken zu machen. Die Meinungen der Zuschauer gehen auseinander:

Und während Zuschauer von Leichenfledderei twitterten, unterlegte RTL eine Zacher-Szene mit der Melodie zur Bestattungsserie „Six feet under“. Derweil litt Jürgen Milski: „Seit ich im Camp bin, bin ich wieder Zivi“, sagte er und stülpte seinem Pflegefall den Pullover über. Hose ausziehen, T-Shirt ausziehen, Halstuch binden. Und so fragte sich der Zuschauer wieder: Macht Rolf sich einen Spaß daraus, den Pflegefall zu spielen? Die Auflösung blieb der 73-Jährige uns schuldig und trällerte lieber eine Strophe des italienischen Klassikers Caruso vor sich hin.

Der ekligste Auftritt blieb leider niemandem erspart. Und erneut war es Gunter, der noch einmal für Furore sorgte. Seit Zusammenlegung der Camps hat sich die Lage laut Jenny Elvers erheblich verschlimmert. „Das ist schlimmer als seine Bahnhofstoilette.“ Auch Ex-Kicker Thorsten Legat brauchte nicht lange, um sich aufzuregen: „Pisst einer im Stehen, und ich sollte das sehen, knall´ ich ihn weg!“

Ebenfalls begleiteten die Kameras Gunter, als der sich in der finsteren Nacht von Brigitte Nielsen zur Toilette schleppen ließ. Klogesänge die Zweite. Nur so viel: Sogar die eiserne Nielsen hatte eindeutig genug. Ähnlich appetitlich ging es am Morgen weiter. Gemeinsam überlegten die Teammitglieder, wie sie die Toilette am besten reinigen können, ohne, dass dabei jemand zu Schaden kommt. Eine Lösung wurde nicht gefunden. Gunter Gabriel war in der Zwischenzeit schon wieder auf dem Klo.

Den besten Kampf legten Helena Fürst und Thorsten Legat gleich in mehrerer Hinsicht hin. Emublut, Kotzfrucht und Nashornkäfer, Rattenschwänze und Kuhzitzen sind nur einige der Dinge, die Fürst und Legat bei der gemeinsamen Dschungelprüfung herunterschlingen mussten. Maden und Kakerlaken wirkten dabei beinahe überholt.

Zusätzlich hatten sich die Macher von IBES etwas ausgesprochen Boshaftes überlegt. Man sparte sich diesmal Koch und Kellner und ließ die Promis ihre Henkersmahlzeiten zunächst einmal selbst zubereiten. Legat schluckte das Zeug wie Proteindrinks in doppelter Menge, Helena Fürst nahm, was übrig blieb und gab auch erst bei Entenei auf. Zehn von zwölf Sternen waren ansehnlich – müsste man meinen.

Die ehrlichste Aussage traf Helena Fürst, man fürchtete es. Denn nach der erfolgreich abgeschlossenen Prüfung platzte Legat der Kragen. Thorsten sieht im Dschungel einen tieferen Sinn und prangert Helena Fürsts „Mediengeilheit“ an. Die wird entwaffnend ehrlich. „Ich habe einen Vertrag, ich bekomme Geld dafür, ich habe Spaß daran und ja: Ich will Öffentlichkeit“, sagte sie. Dass sie von Zuschauern erneut zur Dschungelprüfung gewählt wurde, sollte sie also etwas mehr freuen.

Die größte Wohltat kam zunächst von Zuhälter-Ehefrau Sophia. Die hatte nämlich gemeinschaftliches Teilen angeregt, nachdem die beiden Camps am Montagabend zusammengeführt wurden, jedoch nur einer der Gruppen ein Festmahl vergönnt war. „Ich kann das doch nicht mit ansehen, dass die alle so Hunger haben“, sagte Sophia, fasste sich ein Herz und spendete den Neuankömmlingen ihren Maiskolben.

Den ersten Flirtversuch machte David Ortega, der permanent von sich selbst in der dritten Person redet, mit Camp-Küken und Topmodel Nathalie Volk, die wiederum keine Minute auf ihren knallroten Lippenstift verzichtet. „Sie hat eine Ausstrahlung wie Schneewittchen: die schwarzen Haare, die blasse Haut und die roten Lippen“, schwärmte Ortega.

Gemeinsamkeiten fanden die beiden im intimen Zwiegespräch. „Wenn man ein Mann ist, der für so viele schön ist, dann wird man so scheiße behandelt“, entrüstete sich David Ortega theatralisch. „Ja, bei Frauen ist das schlimmer“, antwortete Nathalie Volk wissend. „Das ist der Fluch der Schönheit“, seufzte Ortega wieder. Da haben sich aber mal zwei gefunden.

Mit der überraschendsten Erkenntnis verabschiedete sich Gunter Gabriel vom Bett seines Luxushotels aus. Seit seinem Aufenthalt im Dschungel, „sehe ich mein Leben noch einmal anders. So privilegiert kann wirklich nicht jeder leben“, erkannte der 73-Jährige. Mehr, lieber Gunter, wollten wir doch gar nicht.