ZDF-Serie

Bastian Pastewka: Falsche Scheine für den schönen Schein

Bastian Pastewka startet mit der Serie „Morgen hör’ ich auf“. Das Format könnte die deutsche Antwort auf „Breaking Bad“ sein.

Jochen Lehmann erfährt am Telefon, dass sein Sohn einen Unfall hatte (Bastian Pastewka, Susanne Wolff).

Jochen Lehmann erfährt am Telefon, dass sein Sohn einen Unfall hatte (Bastian Pastewka, Susanne Wolff).

Foto: Martin Valentin Menke / ZDF und Martin Valentin Menke

Auf dem Tisch stehen Säfte, aber die Mitarbeiterin bringt ein großes Glas mit heißem Kamillentee für Bastian Pastewka. Kann nicht schaden, wenn man viel reden muss. „Wird noch ein langer Tag“, sagt der 43-Jährige und ahnt, dass er einiges erklären muss. Denn am 2. Januar kehrt er zurück. Nicht zu Sat.1, sondern ins Zweite. Und nicht als Pastewka, sondern als Jochen Lehmann. „Morgen hör’ ich auf“ heißt die neue Serie im ZDF. Lustig ist er darin selten. Soll er auch nicht sein.

Als die deutsche Antwort auf „Breaking Bad“ hat ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler das neue Format im vergangenen Jahr angekündigt. Was die Latte natürlich gleich recht hoch legt, gilt die Reihe um den krebskranken Chemielehrer Walter White vielen doch als beste TV-Serie der Welt. Kaum jemand weiß das besser als Pastewka. Trotzdem, sagt er, habe man bei den Dreharbeiten deshalb keinen besonderen Druck verspürt. Zum einen, weil die „Arbeit an dem Projekt schon weit fortgeschritten war, als uns das erreichte“. Zum anderen, „weil man sich beim Drehen auf andere Dinge fokussiert“.

Die Serie zeigt deutliche Parallelen zur US-Kultserie „Breaking Bad“

Klar, gebe es Parallelen, räumt er ein. „In beiden Fällen geht es um einen Familienvater, der erst in Geldnot gerät und dann in kriminelle Kreise. Aber letztendlich nimmt unsere Geschichte einen ganz anderen Verlauf.“ Nicht nur, weil White Drogen köchelt, während Lehmann Falschgeld druckt. „Wir wussten immer, dass wir etwas Eigenständiges machen.“

Anfangs allerdings muss man sich als Zuschauer daran gewöhnen, dass der gebürtige Bochumer hier nur sehr selten zu Scherzen aufgelegt ist. Weil man ihn ja eher von seiner lustigen Seite kennt. Pastewka nickt, findet das aber nicht ungewöhnlich. „In der Sekunde, in der ein neues Projekt kommt, ist es nötig, das alte kurz auf Eis zu legen.“ Sorgen, dass er vollends ins Charakterfach wechselt, sind jedoch unbegründet. „Tief im Herzen bin ich Gaukler.“ Aber er ist eben auch Schauspieler. Und die Figur des Druckereibesitzers Lehmann hat ihm sofort gefallen. Ein Durchschnittstyp, der kriminell wird, um seinen Betrieb vor der Pleite und seine Familie vor dem Zerfall zu retten.

„Morgen hör ich auf“ ist manchmal dunkel und düster

Der falsche Fünfziger druckt. Erst zögerlich mit vielen Skrupeln, schließlich mit großer krimineller Energie und auch vor Gewalt nicht mehr zurückschreckend. Es ist eine Figur, die Pastewka gut verstehen kann, in die er sich im echten Leben dennoch nie verwandeln wird, denn: „Wir teilen die Akribie, den Drang, Verantwortung zu übernehmen“, zählt er auf. „Was mir aber völlig fehlt, ist das Zocker-Gen, das Lehmann hat.“ Die Serie „Morgen hör ich auf“ ist manchmal dunkel und düster. Aber es ist nicht so, dass das Blut fünf Folgen lang in Strömen fließt. Es gibt gelungene Dialoge und sogar komische Momente. Denn rund um Pastewka hat das Drehbuch eine Handvoll skurriler Figuren erschaffen – allen voran Georg Friedrich als Ganove mit Wiener Dialekt. „Eine gelungene Mischung aus Krimi und Komödie“, nennt der Hauptdarsteller die Serie dann auch. Was es ganz gut trifft.

"Morgen hör’ ich auf", ZDF, 2. Januar, 21.45 Uhr