ARD-Serie

Jubiläumsfolge der „Lindenstraße“ endet mit Schock für Fans

30 Jahre „Lindenstraße“: Zum Geburtstag gab es Küsse und Tränen, technisches Neuland und den 47. Todesfall in der Seriengeschichte.

Klaus (Moritz A. Sachs) ist an der Seite seiner Mutter (Marie-Luise Marjan), als der Tod von Erich Schiller (Bill Mockridge) verkündet wird.

Klaus (Moritz A. Sachs) ist an der Seite seiner Mutter (Marie-Luise Marjan), als der Tod von Erich Schiller (Bill Mockridge) verkündet wird.

Foto: WDR/Steven Mahner

Berlin.  Ausgerechnet einer der beliebtesten „Lindenstraßen“-Bewohner hat den 30. Geburtstag der Dauer-Fernsehserie nicht überlebt. Erich Schiller, gespielt von Bill Mockridge, ist tot. Herzinfarkt, vermutet die hübsche Ärztin Iris Brooks. Aber ist es wirklich ein natürlicher Tod? Ein schlimmer Verdacht steht im Raum. „Lindenstraßen“-Fans sind schockiert: Wurde Erich, der liebe und geduldige Mann an der Seite von Helga Beimer, tatsächlich ermordet?

Furore im Vorabendprogramm

Es ist nicht nur der tragische Tod von Erich Schiller, der die Fangemeinde noch lange beschäftigen dürfte. Es ist die Sendung selbst, die am Sonntagabend für Furore im Vorabendprogramm sorgt. Denn anders als sonst wurde sie nicht vorab aufgezeichnet, sondern live ausgestrahlt. Ein kleines Fernsehspiel zum Geburtstag.

Und der Versuch ist geglückt. Vor allem Marie-Luise Marjan, oft belächelt und reduziert auf „die Mutter der Fernseh-Nation“, zeigt, dass sie mehr kann als Spiegeleier in die Pfanne hauen. Und ihr Serien-Partner Bill Mockridge macht selbst als Leiche eine gute Figur.

Anspannung in der Luft

Anspannung liegt in der Luft vor der Ausstrahlung der 1559. Folge der Kultserie. Kein Wunder. Denn auch technisch geht das „Lindenstraßen“-Team für die Jubiläumsfolge neue Wege. Im Internet können Fans parallel zur Fernseh-Ausstrahlung beobachten, was hinter den Kulissen los ist. Schauspieler rennen von einer Szene zur anderen. Sie ziehen sich hektisch um, warten auf ihren Einsatz. Zehn Kameras fangen das Geschehen ein – Big Brother am Fernsehset.

Parallel-Fernsehen geht aber auch ohne Internet: Wer nicht mit Laptop auf dem Schoß oder Smartphone in der Hand fernsieht, bekommt die Zusatz-Szenen häppchenweise auf dem TV-Bildschirm präsentiert. Bild-in-Bild-Technik sei Dank.

Liebe, Lust und Politik

Inhaltlich hat auch die Geburtstags-Folge all das, wofür Deutschlands erste Seifenoper bekannt ist: Liebe und Lust, Streit und Missgunst, Alltagsprobleme und die Verarbeitung politischer Themen.

Fans werden es schon mitbekommen haben: Das berühmte Haus mit der Adresse Lindenstraße 3 soll verkauft werden. Die einen sind dafür, die anderen dagegen. Die einst so harmonische Hausgemeinschaft bröckelt. Und während Nico und Lara ihre junge Liebe beim Plätzchen backen vertiefen und Anwohner auf der Straße ein Weihnachtsfest für Flüchtlinge feiern, stirbt Erich Schiller in seiner Wohnung.

Ein Raunen geht durch die Twitter-Gemeinde

Der Tod des Serien-Lieblings ist gerade offiziell, da geht ein Raunen durch die Twitter-Gemeinde. „Irgendwie hab ich jetzt das Bedürfnis, Witwe Beimer eine Beileidskarte zu schicken“, zwitscherte zum Beispiel Nutzerin Daniela Stegelmann.

Und Julia Cremer schreibt: „Danke Bill für die super Jahre in der Lindenstraße. Ich bin immer noch schockierst, dass du echt aufhörst.“

Das Live-Special der Lindenstraße ist am Sonntagabend eines der beherrschenden Themen des Kurznachrichtendienstes. Kritische Stimmen sind dabei deutlich in der Unterzahl. Die Mehrheit zeigt sich begeistert: „Ich glaube, durch diese Folge wird es einen Quotenschub für die Lindenstraße geben... Zu Recht!“, twittert Maik Halter.

Zweieinhalb bis drei Millionen Zuschauer hat die Serie im Schnitt. Zum Start vor 30 Jahren waren es noch deutlich mehr. Twitter-Nutzer Dirk Hegner resümiert kurz und knapp: „Hammer! Ich bin glücklich!“ Ja, die Jubiläums-Ausgabe der Lindenstraße war für die Zuschauer ein großes Fest.