Kindernachrichten

ZDF nimmt Beitrag von „Logo!“ über Terror aus dem Netz

Ein ZDF-Clip sollte Kindern die Anschläge von Paris erklären. Die Antworten sind so einfach, dass der Sender den Bericht überarbeitet.

Von Leon Scherfig
Französische Besetzer in Nordafrika und die Bewohner: Ein Beitrag der ZDF-Kindernachrichten „Logo!“ zieht viel Kritik auf sich.

Französische Besetzer in Nordafrika und die Bewohner: Ein Beitrag der ZDF-Kindernachrichten „Logo!“ zieht viel Kritik auf sich.

Foto: ZRB / BGZ

Berlin.  Das ZDF hat einen Beitrag der Kindersendung „Logo!“ aus der Mediathek genommen, um diesen noch einmal zu überarbeiten. In dem Animationsfilm geht es um die Terroranschläge von Paris. Eine Sprecherin versucht kindgerecht zu erklären, wie es zu den Attentaten kam – und sucht die Ursachen im französischen Kolonialismus und der Besetzung Nordafrikas.

Zumindest nach Ansicht vieler erwachsener Zuschauer ging der Erklärversuch gründlich daneben. Der Vorwurf: Der Beitrag vom Mittwochabend erwecke den Eindruck, die Franzosen seien an den Terroranschlägen selbst schuld. Inzwischen hat der Sender reagiert und rudert zurück: „Der kritisierte Beitrag kann für sich betrachtet missverstanden werden, weshalb er von der Redaktion noch einmal überarbeitet wird“, hieß es am Freitag.

Auf der Videoplattform Youtube sind die umstrittenen 90 Sekunden der Sendung nach wie vor zu sehen. Der harmlos anmutende Trickfilm zeigt eine Landkarte. Die Sprecherin erklärt: „Damals war Frankreich mehr als das Land, das wir heute auf der Karte sehen – es war eine Art Weltreich.“ Dazu gehörte, so die Stimme aus dem Off, der größte Teil Nord- und Westafrikas. Sprecherin: „Frankreich hatte diese Länder einfach mit seiner Armee besetzt und zu seinem Besitz erklärt. Die Franzosen nahmen sich in den Kolonien, was sie brauchen konnten – und die Bevölkerung wurde immer ärmer.“

Dann geht es um die Gegenwart. „Viele Menschen aus den ehemaligen Kolonien sind nach Frankreich gezogen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben.“ Die meisten würden dort in Armenvierteln leben. „Sie sind oft arbeitslos und wissen nicht, was sie tun sollen und das macht sie wütend.“ Die Sprecherin folgert: „Als einzige Hoffnung bleibt ihnen oft nur ihre Religion, also der Islam, dazu kommt die Erinnerung daran, was die Franzosen früher in den Kolonien, also in ihren Heimatländern, schreckliches getan haben.“

Die Erklärung für die Anschläge fällt am Ende des Einspielers einfach aus: „Bei manchen geht die Wut so weit, dass sie im Namen der Religion gewalttätig werden. In keinem anderen Land schließen sich so viele der Terrorgruppe Islamischer Staat an.“