Castingshow

„The Voice of Germany“: Gänsehautmoment bei Michi Beck

Bei „The Voice of Germany“ bricht eine Kandidatin das Herz von Andreas Bourani und „Professor Gefühl“ wird ernannt. Nicht ohne Grund.

Das könnte der nächste Teenieschwarm sein: Kandidat Joshua Harfst sang mit viel Gefühl.

Das könnte der nächste Teenieschwarm sein: Kandidat Joshua Harfst sang mit viel Gefühl.

Foto: Claudius Pflug / ProSieben

Berlin.  Endspurt bei The „Voice of Germany“. In der vorletzten Ausgabe der Blind Auditions werden neun von nur noch 18 Plätzen für die kommenden Battles vergeben. Die Talente müssen also alles geben. Am Donnerstagabend zeigten die Kandidaten, warum sie es verdient haben, in eines der vier Teams zu kommen. Sie übertrumpften sich mit emotionsgeladenen Songs und sorgten so für reichlich Gänsehautmomente. Michi Beck ernannte sogar „Professor Gefühl“.

Schon die erste Kandidatin konnte die Coaches überzeugen. Meike Rosendahl (19) kam im Hippie-Look mit Blumenhaarkranz und brachte gute Laune mit. „Du hast eine Freude in deiner Stimme. Du singst wie die zweite Aretha Franklin“, sagte Stefanie Kloß begeistert. Doch trotz riesengroßem Lob entschied sich die 19-Jährige für das Team Fanta: „Mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Ich will zu Michi und Smudo.“ Andreas Bourani war tief enttäuscht: „Die hat mir das Herz gebrochen.“ Doch Mitgefühl von der Coach-Konkurrenz konnte er natürlich nicht erwarten. Michi Beck: „Andreas, Stefanies und Rea Garveys Herzen können wir noch unzählige Male brechen ohne ein Quäntchen Mitleid. Hauptsache unser Team wird geiler und geiler.“ Und Smudo schob noch „Ein Hoch auf uns!“ hinterher – die Zeile aus Andreas Bouranis Nummer-1-Hit. Die Sendung begann mit fiesen Sticheleien.

Andreas Bourani musste nicht lange traurig sein. Er angelte sich Can Yalin (18). Der Kandidat hatte sich großes vorgenommen und traute sich an die Souldiva Whitney Houston heran, genauer gesagt an den Song „I look to you“. Die Augen hatte er bei seinem Auftritt fest verschlossen – vor lauter Aufregung. Andreas Bourani freute sich über die Songauswahl: „Mein Lieber, echt mutig, dass du dich an solch eine Nummer traust. Komm zu mir!“

Gebäudereiniger will nach Hollywood

„The Voice“ soll für viele Kandidaten das Sprungbrett sein. Kandidat Markus Bremm (28) setzte mit seinem Auftritt in der siebten Ausgabe der Blind Auditions alles auf eine Karte. Vor einem Monat hatte er seinen „stinknormalen“ Bürojob gekündigt, um Musiker zu werden. Jetzt also die „The Voice“-Bühne. Mit einer warmen, rauchigen Stimme sang er „Herz über Kopf“ von Joris. Coach Stefanie Kloß haute nach nur drei Sekunden Gesang auf den Buzzer. Schneller geht es wirklich nicht. Deswegen wählte der 28-Jährige auch ihr Team.

Von einer Karriere à la Hollywood träumt Jonny-Lee Möller (17). Er ist im wahren Leben Fensterputzer und will jetzt „The Voice“ werden. Die Coaches hatten von seinem Wunsch wohl eine Ahnung , denn alle fünf Juroren drehten sich um. Doch bei „When Susannah Cries“ zeigte der Gebäudereiniger zumindest für Rea keine saubere Leistung. „Du solltest nicht Englisch singen. Das kannst du nicht so gut.“ Unterstützung kam aber von Andreas Bourani: „Lass dir nichts erzählen: Du kannst nicht Englisch singen, sagt jemand, der nicht Deutsch sprechen kann.“ Doch obwohl Rea Jonny-Lee kritisierte, wählte der 17-Jährige das Team des Iren.

Rock ‘n’ Roll-Leben hat bei Rea Garvey Narben hinterlassen

Das Potenzial der nächste Teenieschwarm zu werden, das hat Kandidat Joshua Harfst (17). Er legte so viel Gefühl wie möglich in seinen Gesang. Gänsehautmoment. Rea Garvey war ganz verträumt: „Als ich 17 war, sah ich aus wie du. Mit 17 war ich extrem naiv. Aber das Rock ‘n’ Roll-Leben hat Narben hinterlassen.“ Der Vergleich wirkte, Joshua entschied sich für Team Rea: „Es ist schwierig. Aber ich glaub, ich geh mit Rea!“ Dafür gab es vom Coach Rea einen Freudentanz.

Die steile Karriere, das braucht Kandidat Cuba Stern Junior eigentlich nicht mehr. Er kommt aus New York, lebt in Berlin und scheint schon alles erreicht zu haben – er ist Schauspieler, Fotograf und Modedesigner. Sein Label heißt „I am famous in New York“, ganz klar, weil „die Leute kennen mich auch in New York“. Selbstbewusstsein hat der Mann also auch. Auf der Bühne sang er mit viel Gefühl. Team Fanta war begeistert und nahm den Kandidaten in ihr Team auf.

Eine Steigerung auf der Gefühlsskala brachte dann nur noch Julian Adler (24). Er sang Herbert Grönemeyers „Halt mich“ auf seine eigene Art – glasklar, mit „etwas Knarzen“, wie Stefanie Kloß es beschrieb. „Dürfen wir dich Professor Gefühl nennen?“, platzte es aus Michi Beck heraus: „Es war unglaublich gefühlvoll gesungen. Das ist immer die Königsdisziplin in der eigenen Sprache, in der Sprache des Publikums zu singen. Ich habe die Gesichter angeguckt, da ging es fast allen genauso wie uns.“ Gänsehaut bei Michi Beck. Und mit dieser Schmeicheleinlage holte sich Team Fanta Kandidat Julian. Dafür legte Smudo ein Tänzchen aufs Parkett. In voller Vorfreude auf die morgige letzte Blind Audition, in der die letzten neun Plätze verteilt werden.