GNTM

Vanessa Fuchs ist „Germany’s Next Topmodel“

Beim nachgeholten Finale der ProSieben-Castingshow „Germany’s Next Topmodel“ setzt sich die 18-jährige Schülerin Vanessa Fuchs gegen die verbliebene Konkurrenz durch. Spannend war die Show kaum.

Von Felix Müller

Foto: dpa

Bayern München ist deutscher Fußballmeister, Schweden hat den Eurovision Song Contest gewonnen, und nun ist Vanessa die Siegerin von „Germany’s Next Topmodel“. Man kann nicht sagen, dass 2015 sich bislang als überraschendes Jahr erwiesen hätte. Oder, wie Hape Kerkeling es formuliert hätte: „Boah, is dat langweilig! Haste mal’n Rätselheft für Omma?“

Vielleicht ist das etwas gemein angesichts einer Sendung, die noch vor zwei Wochen in Mannheim wegen einer Bombendrohung unterbrochen werden musste. Aber man muss andererseits doch sagen, dass sich Vanessas Favoritenrolle schon in den letzten Folgen in etwa so deutlich abgezeichnet hatte wie Münchens Meistertitel vor der Winterpause. Zu klar hatten sich die Sympathien Heidi Klums für die 18-jährige Schülerin aus Klums Heimatort Bergisch Gladbach verraten, zu sehr hatte sich der immer lauter geflüsterte Favoritenname auch in das Gedächtnis eher mäßig interessierter Beobachter gebrannt.

Nun fand also das Finale im New Yorker Stadtteil Manhattan statt, in eher beschaulichem Rahmen und mit offenbar sparsam dosierter Aufzeichnungsdauer. Denn der Großteil des Abends war gar nicht der Show gewidmet, sondern einer Dokumentation des Abbruchs von Mannheim – des Abends also, als ein anonymer Anruf für die Evakuierung der Halle sorgte.

Und so konnten wir nun also sehen, was wir schon gesehen haben. Den Auftritt Lenas also, die Parade der vier Finalistinnen, dann, unterlegt von dramatischer Musik und mit viel Slowmotion, die Minuten der Evakuierung, die schon durch sämtliche Nachrichtendienste gerauscht sind.

Dann ging es um das, was wir hätten sehen können: der Auftritt sämtlicher GNTM-Siegerinnen seit dem Start der Castingshow vor zehn Jahren etwa. Das hatte mitunter etwas Rührendes, weil Heidi Klum in der aufgezeichneten Probe der Sendung auf eine fast schon authentische Weise entspannt und halbgeschminkt war. Aber es konnte doch auch nicht die Dramatik eines großen Finales entfalten – weil eben schon zwei Wochen vergangen waren.

Und dann kam es schließlich doch zu dem entscheidenden Moment, auf den alle gewartet hatten. Erst war für Ajsa der Satz aus dem Lehrbuch der Sadistenfibel gefallen, den Heidi Klum höchstselbst dort schon vor Jahren hineingeschrieben hat: „Ich habe leider kein Foto für dich“. Sie hielt sich tapfer und verabschiedete sich von Anu und Vanessa, die nun den Titel unter sich ausmachen mussten.

„Ist es nicht Wahnsinn, dass es jetzt gleich passiert?“, fragte Klum noch, die beiden Kandidatinnen im Arm. Und dann wurde es Vanessa. Wahnsinn kann man das nur nennen, wenn man ihn vorausberechnen kann.