„Let’s Dance“

Warum Katja Burkhard beim Tanzen ein Problembär ist

Bei RTL wurde wieder getanzt: Juror Joachim Llambi beschwerte sich über das Übergewicht eines Kandidaten. Und die Gruppe der Favoriten wird immer größer. Am Ende musste Detlef Steves gehen.

Von Susanne Leinemann

Es ist Freitag, es wird wieder getanzt! Heute auf der Tanzkarte von „Let’s Dance“: das Musical-Special. Oh je, die ersten Minuten der Sendung wirken, als habe sich der Fernseher in Technicolor-Zeiten zurückgebeamt. Es spielt für sie das deutsche Fernsehorchester, es tanzt für sie das deutsche Fernsehballett.

Fast fürchtet man, gleich käme Peter Frankenfeld die Showtreppe runter. Aber nein, da taucht das moderne Moderatorenduo auf: Zahnputzkönigin Sylvie Meis an der Seite von Dauerironiker Daniel Hartwich. Und es kommt Schwung in die Sache.

Überraschend an dieser Staffel ist womöglich: das Spitzenfeld wird von Sendung zu Sendung breiter. Zwar sind die ehemalige Moderatorin Minh-Khai Phan-Thi, der Ex-Profifußballer Hans Sarpei und die Comedian Enissa Amani sicherlich Favoriten. Aber es zeigt sich – auch andere haben das Zeug, ganz vorne mitzuspielen. So überrascht der etwas moppelige Schauspieler Thomas Drechsel mit seinem Jive zu „We will rock you“.

Der charmante Herr Llambi

Er sieht dabei tatsächlich aus wie eine irre Mischung aus Freddy Mercury und Michelin-Männchen, tanzt kraftvoll und mit Hingabe. „Wenn du noch zehn, fünfzehn Kilo weniger hättest, wie du dann erst gerockt hättest“, sagt Juror Llambi im Anschluss unnachahmlich charmant. Das ist wohl seine Art, sich begeistert zu zeigen. 28 Punkte gab es dafür. Der Spitzenwert des Abends. „Es ist etwas offengebrochen bei Dir“, sagt Therapeutin Sylvie Meis danach und bleckt ihre weißen Zähne.

Aber auch Beatrice Richter präsentiert mit ihrem Tanzpartner Vadim einen schönen Walzer. In den Sendungen zuvor wirkte sie ja manchmal wie die Teilnehmerin einer Ü70-Aerobic-Gruppe. Heute nicht, es fließt. Und Partner Vadim funkelt in seiner Pailletten-Jacke wie die Fußballschuhe von Ronaldo. Llambi ist beeindruckt, Motsi hingerissen. „Beatrice, ich finde, egal wie alt die Menschen sind – du hast mit die Herz getanzt“, bringt es Juror Jorge Gonzalez auf den Punkt. Auch wenn die Grammatik nicht ganz sitzt.

Ralf Bauer kommt mit seiner Salsa gut an, obwohl Llambi glaubt, bei ihm einen kleinen Buckel entdeckt zu haben. Die Armbewegungen von Bauer erinnern ein wenig an eine Turngruppe, aber die Hüfte, die hat Schwung. Alles punktstark. Hans Sarpei mit seiner Rumba und Minh-Khai mit einer Salsa und Enissa Amani mit ihrem Jive fallen dagegen ein wenig zurück – bleiben aber weiterhin im Spitzenfeld.

Die hinteren Plätze

Doch nun zu den hinteren Plätzen. Katja Burkhard bleibt der Problembär der Sendung. „Du bringst keine Leistung auf der Fläche“, meint Llambi knallhart. Sie kommt trotz 7 mickriger Jury-Punkte erstaunlich gut durch. Vielleicht, weil sie nächste Woche Geburtstag hat?

Auch Daniel Küblböck, der doch mit seinem Tanz zu „Yesterday“ endlich zeigen wollte, dass er nicht mehr der Gurkenlaster-Küblböck von früher ist, bleibt blass und verhalten. „Meine Füße sind schon nach 15 Sekunden eingeschlafen. Du gehst null Risiko ein“, urteilt Llambi hart. Er hat Recht. So wird das auf Dauer nix, auch wenn Küblböck diese Sendung ohne Rausschmiss hinter sich brachte. Aber so wird es immer wieder knapp werden.

Detlef Steves – bekannt durch „Ab ins Beet!“ - möchte zu „The Eye of the Tiger“ einen leidenschaftlichen Paso Doble hinlegen, doch es wirkt, als hätte der Schrebergartenverein einen spanischen Abend mit Sangria organisiert. Irgendwie traurig. „Du hast versucht, mehr zu tanzen“, sagt Jorge Gonzalez begütigend. Detlef fand sich „Bombe“. Elf Punkte. Naja. Am Ende reicht es nicht. Er muss die Sendung verlassen. Schade, netter Kerl.

Die therapeutische Zahnputzkönigin, die ja immer oben auf der Treppe wartet, hat am Ende aber für alle ein aufbauendes Wort. „Ich glaub an Dir“, sagt Sylvie Meis. Das tut doch gut. Danke Sylvie!