„Opa, ledig, jung“

ARD-Film - Wie Opa auf Berlins Spielplätzen Frauen angräbt

Im in Berlin gedrehten ARD-Film „Opa, ledig, jung“ trifft ein verkrachter Maler auf einem Spielplatz die Frau, die ihn zu einem besseren Menschen macht - eine romantische Komödie ohne Überraschungen.

Foto: ARD Degeto/BR/Stephan Rabold

Es gibt einen Schnittmusterbogen, nach dem gefühlte 90 Prozent aller romantischen Komödien geschneidert werden, nicht nur in Deutschland, auch international. Dieses Schema F arbeitet mit der Domestizierung des Mannes, mit dem Projekt also, einen grantelnden Menschenfeind zu einem familienfreundlichen, monogam lebenden Hobbykoch umzubiegen. Diesen Job übernehmen dann in der Regel Frauen oder Kinder, gern auch beide.

Ob diese Filme nun „Drei Männer und ein Baby“ (1985) heißen, „Besser geht’s nicht“ (1997) oder „Was Frauen wollen“ (2000), das ist eigentlich egal. Denn diese Filme leben ja nicht von Überraschungen, sondern davon, dass sie verlässlich liefern, was man von ihnen erwartet – so ähnlich wie zum Beispiel der Italiener um die Ecke eine Pizza Salami.

Um diese solide und ziemlich öde Verlässlichkeit bemühen sich auch Drehbuchautor Florian Schumacher und Regisseur Markus Herling in dem ARD-Film „Opa, ledig, jung“. Hauptfigur Werner (Steffen Groth) ist ein verkrachter Maler, der in einem Berliner Hostel perspektivlos herumjobbt. Nebenbei schleppt er gern junge Frauen ab, die nach durchsoffenen Nächten zwar in seinem Bett landen, aber nicht zum Frühstück bleiben dürfen. Nach 20 Minuten ist uns schon klar: Dieser Kerl bedarf dringend einer psychologischen Generalsanierung.

Neuer ARD-Film „Opa, ledig, jung“ spielt am Berliner Kollwitzplatz

Die Mission übernimmt seine Enkelin. Man muss dem 1974 geborenen Steffen Groth erst mal abkaufen, dass er überhaupt eine haben kann, weil seine Tochter Julia von der 1985 geborenen Julia Hartmann gespielt wird. Die sucht einen Babysitter für Enkelin Zora und deponiert sie widerwillig bei Werner, dessen Lebenswandel ja schon früh zur Trennung von der Mutter führte.

Dann wird die Pizza Salami serviert: Werner geht mit Zora auf den Spielplatz am Kollwitzplatz, lernt dort die allein erziehende und natürlich bezaubernde Kathie (Nike Fuhrmann) kennen und lässt sie glauben, Zora sei seine Tochter. Er verstrickt sich in seinen Lügen, aber der Umgang mit all den wunderbaren Frauen macht ihn zu einem besseren Menschen, der seine Wohnung aufräumt, sich um andere sorgt und schließlich sogar seine künstlerische Ader entdeckt. Dann ist der Film endlich vorbei, man ist unangenehm übersättigt und denkt: Das nächste Mal bestelle ich den Fisch.

ARD, Freitag, 20.15 Uhr