Dschungelcamp 2015

Im australischen Dschungel droht ein Ü-50-Camp

Sara Kulka greift an Tag 11 wieder zu derben Worten, Walter Freiwald erweist sich als echter Giftzwerg – und die Zuschauer schmeißen am liebsten die jüngsten Camper raus.

So langsam kommt Spannung ins Dschungelcamp. Am elften Tag ist es etwa so nervenzerfetzend wie das „House am Eaton Place“. Sie erinnern sich an diese britische Serie mit den laaaangen Einstellungen, die in der Londoner Upper Class des 19. Jahrhunderts spielte? Wenn da mal ein silberner Löffel im Besteckkasten fehlte, war das schon ein satter Cliffhanger.

Es bleibt betulich im australischen Regenwald. Die Zuschauer langweilen sich, die Moderatoren langweilen sich, und so langsam hat man das Gefühl, die Gag-Schreiber langweilen sich auch. Was waren das für knackige Zeiten, als das Verlesen der Angehörigenbriefe am Lagercamp-Feuer noch zu Zänkereien und Hysterie-Attacken führte. Weil in den Briefen geheime, gemeine Botschaften an Mitcamper versteckt waren. Dieses Jahr – alles schnuckelig. „Gib Schubrakete!“, „Kämpfe, ich liebe Dich!“ oder „Du bist mein Blut, mein Bro!“ Danach Tränen und wieder Tränen.

Heul, Heul, Heul

Es wird viel geweint dieses Jahr. Aber Tanjas roter Nagellack hält sich super. Das muss Schellack sein. Sollte ich vielleicht auch mal auftragen lassen – ja, die Gedanken schweifen ab beim Zuschauen. Man schaut hin und geht dabei locker die Einkaufsliste für den nächsten Tag durch, während im „Koma-Camp“ weitergeschnarcht wird. Zirkuskind Rebecca bringt es auf den Punkt: „Nur weil wir so cool sind, ist es bis jetzt nicht eskaliert.“ Himmel, die haben doch nix kapiert. Haben die denn nie zuvor ein Dschungelcamp gesehen? Mensch, ihr kriegt doch die vielen 10.000 Euro, damit es eskaliert. Und nicht, damit es nicht eskaliert.

„Vielleicht hätte ich mehr Gas geben können“, grübelt die rausgeschmissene Sara Kulka dann auch im Auto, das sie zurück zum Versace-Hotel bringt. Richtig, möchte man ihr zu rufen, das hättest du. Und die Spitzenverdienerin unter den Camp-Bewohnern – zumindest, wenn man einer Boulevard-Zeitung glaubt – wird danach auch noch von Rolfe düpiert. Der tritt nämlich zu der Dschungelprüfung an, die sie verweigerte: „Hölle der Finsternis, Teil 2“. Er absolviert sie prächtig, holt fünf von sieben Sternen. „Ich fand das so toll. Das war ja Papperlapappa da unten.“ Nimm das, Sara!

Es geht gegen Walter

Unser einziger Lichtblick: Die Lästerei. Walter, ganz Giftzwerg, nominiert überraschend Aurelio für die Dschungelprüfung: „Die ganzen Tage spricht er davon, so schwach zu sein. Da wollen wir mal sehen wie schwach er wirklich ist.“ Aurelio wiederum nimmt kein Blatt mehr vor den Mund und lästert mit Rebecca über Walter. Und Rebecca rottet sich mit Maren zusammen. Auch sie stänkern gegen Walter. Und über die jungen, hübschen Mädels, die Walter „knutschen, kraulen, schmusen“: Angelina, Sara und Tanja. Aber jetzt ist nur noch Tanja übrig, und die ist angezählt. Zu wenige Anrufe. Genau wie Aurelio. Es fliegt an diesem Abend allerdings keine/r, weil man einmal mit das Rausschmeißen aussetzt. Doch es fällt auf: In diesem Camp fliegen die schönen und meist jüngeren Camper am schnellsten raus. Die Alten regieren am Lagerfeuer. Klar, wir sind ein überaltertes Land, das zeigt sich auch beim Voting. Es droht ein Ü-50-Camp. Naja, passt ja zum „House am Eaton Place“.