Hauptstadtserie

„Dating Daisy passt perfekt nach Berlin“

Nach „Berlin Berlin“ und „Verliebt in Berlin“ startet die ARD eine neue Hauptstadtserie. Ab Freitag spielt Tina Amon Amonsen in der Dramedy „Daisy“, Anfang 30, chaotisch und plötzlich wieder Single.

Foto: Krauthoefer

Anfang 30, chaotisch und plötzlich wieder Single – soweit die Eckdaten. Wenn Tina Amon Amonsen von „Daisy“ spricht, muss sie grinsen. Denn obwohl das Leben der 35 Jahre alte Schauspielerin mit festem Freund und Kind doch wesentlich gefestigter ist, als das ihrer Rolle, merkt man, dass doch einiges von Tina in ihr steckt.

„Klar, die Drehbuchautoren haben die Geschichte – und damit auch Daisy – entwickelt, aber viele Formulierungen durfte ich ändern, damit sie in meinen Mund passen“, sagt die Theater-Schauspielerin, die für die neue Serie „Dating Daisy“ zum ersten Mal vor der Kamera stand. „Somit habe ich die Figur auch ein Stück weit mit geschaffen. Sie ist immer eine Nummer zu schnell, zu laut. Und sie sagt auch immer ein bisschen mehr, als sie vielleicht hätte sagen sollen.“

Am Freitag startet die Dramedy – also eine Mischung aus Comedy und Drama – mit Tina Amon Amonsen, Leonie Brandes, Steffen Groth und Manuel Cortez in der ARD (18.45 Uhr). Die Krankenschwester Daisy wird von ihrem Ehemann betrogen, wirft ihn kurzerhand raus und muss sich nun dem Single-Leben in Berlin stellen.

Einen Vergleich mit der erfolgreichen RTL-Serie „Doctor’s Diary“ mit Diana Amft und Florian David Fitz findet Amonsen dabei nicht problematisch. „Das war wirklich eine tolle Serie“, sagt sie. Eher sei ein Vergleich ein großes Kompliment

Sei einem Dreivierteljahr ist die Schauspielerin nach Stationen in Salzburg, Münster, Köln und Düsseldorf wieder in der Hauptstadt angekommen – und freut sich umso mehr, auch eine typische Berlinerin spielen zu dürfen.

Im echten Leben läuft auch nicht immer alles perfekt

Sie ist überzeugt, dass viele Frauen sich mit der Serie identifizieren können. „Absolut ja, es läuft auch im echten Leben nicht immer alles perfekt. Diese Balance zwischen Chaos und Langeweile und die Missgeschicke, die Daisy passieren“, sagt sie.

Zudem passe der Charakter perfekt in die Hauptstadt. „Das Lebensgefühl, der Daisy-Witz, ihre Schnauze, die stimmt total“, sagt sie. Und wieder könnte man meinen, dass Tina Amon Amonsen ein bisschen von sich selbst spricht. Immer wieder lässt sie durchblicken, wie gern sie in der Hauptstadt lebt. „Berlin ist zwar wahnsinnig groß, aber in seinen Kiezen dann wieder ganz klein. Und dann kennt man den Gemüsehändler von nebenan und man hat sein Lieblingscafé. Dann fühlt sich Berlin gar nicht mehr so groß an.“

Die von vielen als negativ bewerteten Anonymität der Großstadt empfindet sie nicht als störend – eher als praktisch. „Ich habe lange in Köln gewohnt, da ist das ganz anders. Manchmal möchte ich auch einfach nur in Ruhe gelassen werden.“ Ruhe ist es auch, die sich Tina Amon Amonsen nun nach den stressigen Dreharbeiten mit ihrer Familie gönnen will. Anstrengend war für dir Schauspielerin besonders die neue Arbeit vor der Kamera. „Am schwierigsten fand ich, dass man nicht chronologisch dreht – anders als im Theater“, sagt sie. „Den dramatischen Moment am Ende einer Folge habe ich manchmal am Anfang gedreht.“

Um sich in Stimmung zu bringen, wandte sie einen Trick an. Passend zur Stimmung in den verschiedenen Folgen hörte sie morgens in der Maske entsprechende Musik. „Für die Folge eins habe ich zum Beispiel Rio Reiser gehört, Junimond. Das ist natürlich traurig, aber es geht immer voran. Das war die Grundstimmung“, erklärt sie. Weitere Lieder waren „Feeling Good“ von Michael Bublé oder „Dance with somebody“ von Mando Diao. Nun hofft sie, sich weiter Playlisten für neue Jobs vor der Kamera anlegen zu können. „Wenn es nach mir geht, sehr sehr gerne. Und ich drücke auch die Daumen, dass Daisy gut ankommt.“

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