Let’s Dance

Carmen Geiss beschimpft die Jury und fliegt raus

Sie verabschiedete sich mit einem Tango und einem langsamen Walzer: Die Millionärsgattin konnte diesmal weder Jury noch Zuschauer überzeugen. Für Joachim Llambi hatte sie nur frostige Worte übrig.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Es war schon ein seltsam zusammengesetztes Halbfinale in dieser Tanzshow – ein bisschen so, als hätte sich der FC St. Pauli in ein Kräftemessen mit Bayern München und Real Madrid verirrt. Genau wie den Underdogs aus Hamburg kann der rheinischen Millionärsgattin Carmen Geiss niemand so ganz seine Sympathie versagen. Und doch sehen alle, dass es rein sportlich gewaltige Unterschiede gibt. So war es auch gestern, und da wurde es bestraft.

Es begann mit einer Samba zu den Klängen von Shakiras „Whenever, Wherever“, die Carmen Geiss wild hüftschwingend im goldenen Röckchen interpretierte. Die Darbietung geriet gerade dann recht gewöhnungsbedürftig, wenn sie sich von ihrem Profipartner löste und allein tapfer vor sich hintanzte. Der Jury missfiel das sehr. „Als Du getanzt hast, waren da viele Koordinationsschwierigkeiten“, monierte Jorge Gonzalez, und Joachim Llambi ergänzte gewohnt spöttisch, „ein bisschen Bernhard Brink“ sei auf die Tanzfläche zurückgekehrt. Da wurde Carmen Geiss giftig.

Sportgymnastik im Stroboskoplicht

Es sei ja „jede Woche dasselbe“ mit Llambi, beschwerte sie sich, obwohl sie doch jede Woche einen anderen Tanz vorführe und dies ihr erster Samba gewesen sei! Llambi ließ sich nicht beirren und vergab nur zwei traurige Punkte. 13 waren es am Ende insgesamt.

„Nicht ganz omatauglich“ sollte der Tango von Konkurrentin Tanja Szewczenko sein und damit war offenbar gemeint, dass sie sich von Partner Willi Gabalier besonders körperbetont durch die Luft wirbeln ließ. Herrn Llambi missfiel die Kampfgymnastik im Stroboskoplicht: „Mir war das zu gewalttätig und zu karatemäßig“. Für Szewczenkos zweiten Tanz, einen Paso Doble zu Madonnas Hit „Frozen“, war der ehemalige Turniertänzer freigiebiger mit seinem Lob: „Du hast tolle Drehungen gehabt, die sind auf den Punkt gewesen. Es passte alles.“

Herr Llambi ist kein Sympathiemagnet

Dann war da noch Alexander Klaws, der sich mit einem Paso Doble und einem langsamen Walzer nichts als Lob ertanzte – und am Ende verdient mit Tanja Szewczenko ins Finale einzog. Zwischendurch legte Jurorin Motsi Mabuse noch den Abschiedstanz ihrer Profikarriere hin. Dann schnaubte eine sichtlich auf Krawall gebürstete Carmen Geiss in einem Einspieler, das Urteil von Joachim Llambi sei ihr „scheißegal“. Was dieser dann damit honorierte, dass er sich nach ihrem langsamen Walzer zu Chris Isaaks „Wicked Game“ der Stimme enthielt. Auch die Fans hielten der Millionärsgattin diesmal nicht die Treue.

Wird nun die ehemalige Eiskunstläuferin oder Deutschlands einstiger Superstar die Show gewinnen? Das ist nach den letzten Runden völlig offen. Nur eins kann man vor der letzten Show schon sagen: Den Charme des Unbeholfenen und des Grobmotorischen, den Kandidaten wie Carmen Geiss in diese Sendung gebracht haben, den werden wir vermissen.