Let’s Dance

Larissa tanzt sich im hautengen Latexkostüm aus der Show

Sie holte die zweitbeste Punktzahl und durfte trotzdem nicht ins Halbfinale einziehen. Stattdessen wird dort nun Carmen Geiss ihre Fangemeinde erfreuen. Die Millionärsgattin holte mal kurz ihren Hochzeitstanz nach.

Foto: Henning Kaiser / dpa

Das Lied „Diamonds are a Girl’s Best Friend“ passt ganz gut zu Carmen Geiss. Erstens stammt es ja aus dem Musical „Blondinen bevorzugt“, und wenn die blonde Millionärsgattin auch vieles nicht ist, so ist sie doch mit Sicherheit eins: finanziell privilegiert. Zweitens handelt dieses Lied ja gerade von den Vorzügen eines geldverwöhnten Lebens im fortgeschrittenen Alter.

In der gestrigen Show lieferte sie dazu zusammen mit ihrem Partner Christian Polanc einen Quickstep ab, den Tänzer auch gern den „Champagner unter den Tänzen“ nennen. Für einen glamourösen Subtext war also gesorgt, als die Realityshowdarstellerin im lilafarbenen Tüllkleid auf die Bühne wehte. Polanc raste in seinem Frack, der ganz aus Kristall zu bestehen schien, im Überschwang des Geschehens durch die Beine seiner Partnerin bäuchlings auf die Kamera zu, woraufhin er „beinahe“, wie Moderator Daniel Hartwich vermerkte, „im Wohnzimmer der Zuschauer aus dem Fernseher wieder rausgekommen“ wäre.

Lupenreiner Llambi, singender Superstar

Hartwichs loses Mundwerk wird ohnehin zum humoristischen Kapital dieser Sendung. Juror Joachim Llambi, bekannt für seinen Geiz bei der Punktevergabe, kündigte er als einen Wertungsrichter an, der „härter als Diamant“ sei und ein „lupenreines Urteil“ abgebe. Jedenfalls blieb Llambi in seiner Bilanz gnädig, bezeichnete gar die erste Hälfte der Vorstellung als „sehr gut“, die zweite allerdings nur als „ausreichend“. 19 Punkte waren es am Ende für das Paar, vier davon gab es von Llambi.

„Larissa wird alles niederbrennen“, kündigte daraufhin Massimó Sinato an, Schlimmstes war also zu befürchten. Die Österreicherin ließ sich vom Vorbild der Landsfrau Conchita Wurst motivieren, die ja erst am Wochenende zuvor beim Eurovision Song Contest in Kopenhagen triumphiert hatte. Es wurde dann ein Tango zu „Dirty Diana“ geboten, und zwar im hautengen Latexkostüm und mit eindeutig sadomasochistischen Untertönen. Gesungen wurde der Song von der DSDS-Siegerin Aneta Sablik – warum, wurde nicht recht klar, Michael Jackson konnte das jedenfalls besser. Die Jury konnte sich für das Gesamtkunstwerk erwärmen – für „Lust, Schmerz, Leidenschaft“, wie Jorge Gonzalez schwärmte. Einzig der notorisch nörgelnde Llambi fand „die Beinarbeit ein wenig zu schlapp“. 22 Punkte holte das Paar.

Rätselhafte Entscheidung

Warum Larissa schließlich trotzdem aus der Show flog, darüber kann man nur spekulieren. Vielleicht ist es die riesige und telefonierwütige Fangemeinde der Geissens, die Konkurrentin Carmen ins Halbfinale und Larissa zurück nach Österreich schickte – Frau Geiss übrigens holte im Glitzerkleid zu den Klängen von „Unforgettable“ den Hochzeitstanz nach, den ihr Ehemann Robert mangels motorischer Fähigkeiten einst verweigern musste.

Womöglich lag es auch an der Übermacht der beiden anderen Tanzpaare – Alexander Klaws und Tanja Szewczenko lieferten erneut routiniert professionelle Performances ab. Die ehemalige Eiskunstläuferin Szewczenko mitsamt ihrem Partner Willi Gabalier übrigens zum zweiten Mal in Folge mit der besten Punktwertung, einmal sogar mit dem unschlagbaren Höchstwert von 30 Punkten.

Wer weiß schon, woran es am Ende lag. Larissa Marolt jedenfalls hat nun nach den Topmodel-Shows in Deutschland und in Österreich, nach dem Dschungelcamp und nach „Let’s Dance“ so ziemlich alles an Auswahlshows durchlaufen, was die Fernsehlandschaft zu bieten hat. Ohne jede Ironie: Sie ist eine Zeitzeugin der jüngeren Unterhaltungsgeschichte. Vielleicht sollte sie ein Buch darüber schreiben.