Neu im Kino

Unschuldig und altmodisch: Alfons Zitterbackes Klassenfahrt

Eberhard von Elterlein
Da haben wir den Salat: Alfons Zitterbacke (Luis Vorbach) nach einer Nudelschlacht.

Da haben wir den Salat: Alfons Zitterbacke (Luis Vorbach) nach einer Nudelschlacht.

Foto: - / dpa

Vom Händchenhalten und so: „Alfons Zitterbacke – Endlich Klassenfahrt“ lässt Teenager auf einer Reise ihre Grenzen erfahren.

Es gibt eigentlich keinen Grund, die Abenteuer von „Alfons Zitterbacke“, dem DDR-Kinderbuchhelden, neu zu verfilmen. Der Pechvogel aus dem Osten, der mit jedem Sturz ins Unglück immer wieder neu aufsteht, ist mit seiner Resilienz ein sympathisches Stehaufmännchen – allerdings aus einer Zeit, in der Rufe wie „Zitterbacke, Hühnerkacke“ noch eine echte Beleidigung darstellten. Die Kindheit als Geisterbahn, der Defa-Film von 1966 hatte das in ein hübsches Motiv verpackt, in der Alfons tatsächlich selbige auf einem Jahrmarkt zerlegt.

Alfons Zitterbacke wettet um ein Mädchen

Nun, gut 50 Jahre und eine erste Neuverfilmung von 2019 später, wagt sich deren Regisseur Mark Schlichter nun in „Alfons Zitterbacke – Endlich Klassenfahrt!“ erneut an den Pechvogel heran, der nun zum Teenie (Luis Vorbach) gereift erste Gefühl für Klassenkameradin Leonie (Leni Deschner) entwickelt, die er auf besagter Klassenfahrt gern erobern würde. Wenn ihm nicht das Pech in Form falscher Kleidung, verpfuschten Essens oder des großmäuligen Nico (Ron Antony Renzenbrink) entgegenstehen würde, der allen Ernstes um Leonie mit ihm wetten will.

So sympathisch die jungen Darsteller agieren und soviel Fahrt die launige Komödie aufnimmt – das unschuldige Drehbuch scheint ein wenig aus der Zeit gefallen. Nudelschlacht, Händchenhalten und ein Kletterwettbewerb als härteste Grenzerfahrungen machen die Fallhöhe des Pechvogels überschaubar – und diesen neuen Film unnötig altmodisch.