Film

Mit dem Charme der Sch’tis: „Plötzlich aufs Land“

Eberhard von Elterlein
Ziege statt Laborratte: Die Pariser Epidemiologin Alex (Noèmie Schmidt) muss sich auf dem Land als Tierärztin beweisen.

Ziege statt Laborratte: Die Pariser Epidemiologin Alex (Noèmie Schmidt) muss sich auf dem Land als Tierärztin beweisen.

Foto: Roger Do Minh / Happy Entertainment

Eine Epidemiologin aus Paris mausert sich in der Provinz zur Tierärztin: „Zurück aufs Land“ ist eine sehr französische Komödie.

Zugegeben: Die Geschichte einer ehrgeizigen Epidemiologin aus der Hauptstadt, die sich plötzlich als Tierärztin in der tiefsten Provinz beweisen muss, klingt zunächst sehr nach einem dieser berüchtigten deutschen Freitagabend-Fernsehfilme in der ARD à la „Viele Kühe und ein schwarzes Schaf“.

Ist es aber nicht, weil es sich bei „Plötzlich aufs Land“ um eine luftige französische Komödie aus dem sommerlichen Morvan handelt, einer rauen Berggegend im Burgund. Und nicht nur das.

Handfeste Saufabende, maulfaule Bauern

Der kurzweilige Film von Regisseurin Julie Manoukian amüsiert sich vielmehr mit dem Charme der Erfolgskomödie „Willkommen bei den Sch’tis“ über Schwächen und Marotten der Hinterwäldler und ihre fast symbiotischen Beziehungen zu Tieren.

Hier muss sich die launige Alex (Noémie Schmidt) zwischen depressiven Hunden, trächtigen Kühen, handfesten Saufabenden und sprachfaulen Bauern („Kannst Du das noch einmal mit Vokalen sagen?“) bewähren.

Shorts statt Laborkittel

Dabei verdeutlicht Manoukian spielerisch die wichtige Stellung, die der Tierarzt im Zusammenspiel von Lebewesen und seinem Besitzer in der Provinz spielt – und macht in leichter Form en passant die schwere Problematik der Landflucht zum Thema.

Zwar benutzt auch Manoukian Stadt-Land-Klischees – so muss Alex bei ihrer langen Fahrt von Paris ins Burgund mit dem Auto natürlich in einer Kuhherde steckenbleiben und später den weißen Laborkittel gegen erdfarbene Shorts eintauschen.

Aber wir sind ja hier nicht in der behäbigen Gag-Parade eines deutschen Fernsehfilms – sondern in einem temporeichen französischen Kino-Lustspiel zur Landflucht mit einigem Tiefgang.