Film

Wenn die eigene Hochzeit zur Beerdigung wird: „Hope“

Eberhard von Elterlein
Finden in schwieriger Zeit wieder zusammen: Anja (Andrea Braein Hovig) und Tomas (Stellan Skarsgård). 

Finden in schwieriger Zeit wieder zusammen: Anja (Andrea Braein Hovig) und Tomas (Stellan Skarsgård). 

Foto: Arsenal Filmverleih

Eine Frau erfährt kurz vor Weihnachten, dass sie unheilbar an Krebs erkrankt ist. Doch das Drama „Hope“ ist nicht nur todtraurig.

Die permanenten Kopfschmerzen enden in einer grausamen Diagnose: Gehirntumor, inoperabel. Anja Richter (Andrea Braein Hovig) steht am 23. Dezember möglicherweise vor ihrem letzten Weihnachtsfest.

Die erfolgreiche Tanztheater-Regisseurin führt von da an ein Leben im Zeitraffer: rennt von Arzt zu Arzt, managt die Weihnachtsfeier, tröstet Kinder und Adoptivkinder in der großen Patchworkfamilie, die sie mit Tomas (Stellan Skarsgård) in einem gemütlichen Wohnzimmer als Zentrum unterhält.

„Hope“: Überlebenskampf einer Todgeweihten

Ja, sie heiratet ihren Lebenspartner dann auch endlich nach 20 Jahren am Silvestertag, der zugleich auch noch ihr Geburtstag ist. Die Hochzeit droht dabei, zur eigenen Beerdigung zu werden. Denn die Zeit rennt, bereits am 2. Januar ist die entscheidende Operation. Ausgang offen.

Gnadenlos zählt die norwegische Regisseurin Maria Sødahl in ihrem Film „Hope“ die Tage zwischen dem 23. Dezember und 2. Januar herunter und gibt dem Überlebenskampf einer Todgeweihten so eine sinnvolle Struktur. Aber ihr Film ist eben kein simples Tränendrüsendrama, sondern ein wunderbarer Liebesfilm.

„Hope“: Zwischen Klinikalltag und Familienidylle

Wie Anja und Tomas im Angesicht des Todes endlich zueinander finden nach den vielen Jahren des Nebeneinanderlebens – mit ihrem intensiven Blickkontakt kurz vor der Trauung als Höhepunkt – das ist sehr anrührend anzusehen.

Mit dem nüchternen Klinikalltag hier und herzerwärmenden Familienimpressionen dort zeigt sie zudem stimmungsvoll das Spannungsfeld, in dem sich Anjas Leben fortan bewegt. Eine Spannung, die den Film trägt, wie die Hoffnung, die ihm seinen Titel und den tapferen Figuren ihre Kraft gibt.

Drama, Norwegen/Schweden, 126 Minuten. Von Maria Sødahl, mit Andrea Braein Hovig und Stellan Skarsgård.