Freizeit

„Cineplex Alhambra“: Jetzt startet Berlins erstes 4D-Kino

Im Wedding können Kinozuschauer ab jetzt die Filme nicht nur sehen und hören, sondern auch spüren - auf beweglichen D-Box-Sesseln.

Im Kino „Cineplex Alhambra“ können die Zuschauer auf beweglichen D-BOX Sesseln die Filme erstmals in vier Dimensionen erleben.

Im Kino „Cineplex Alhambra“ können die Zuschauer auf beweglichen D-BOX Sesseln die Filme erstmals in vier Dimensionen erleben.

Foto: David Heerde

Berlin. Eine Verfolgungsjagd durch eine Hochhausschlucht: Das Motorrad legt sich in die Kurve, ein Auto prallt gegen eine Häuserwand, ein Truck landet nach einem Sprung wieder auf seinen Rädern – Szenen aus einem Actionfilm, die Kinozuschauer in Berlin zukünftig nicht nur sehen und hören können. Sie können sie auch am eigenen Leib erleben. Ihre Sessel bewegen sich während der rasanten Fahrten nach links und rechts, vibrieren beim Aufprall, heben sich an im Moment des Absprungs.

Das „Cineplex Alhambra“ im Wedding ist das erste Kino der Stadt, das zwei seiner Säle mit sogenannten D-Box-Sitzen ausgestattet hat. Nach einer ersten Testphase ist für diesen Donnerstag mit dem Horrorstreifen „ES Kapitel 2“ der offizielle Start des „Kinoerlebnis in der vierten Dimension“ angekündigt.

Insgesamt 40 Bewegungen können die Sitze mithilfe der eingebauten Motoren abrufen - und dabei vor und zurück, links und rechts, hoch und runter und Vibration miteinander kombinieren. Die Töne und Bilder des Films werden so in Bewegungen umgesetzt. Wie intensiv man dabei in das Geschehen eintaucht, sprich, wie stark der Sessel rüttelt, kann jeder über einen Regler am Sitz selbst entscheiden.

Ähnlich wie bisher bei den 3D-Formaten kann man sich zukünftig an der Kinokasse entscheiden, ob man den Blockbuster lieber im normalen Sessel oder mit Rütteleffekt erleben möchte. Auf dem Spielplan des „Alhambra“ stehen für die kommende Wochen vor allem Filme im Action-, Animations- und Horrorbereich. Also jene Genres, in denen „etwas dynamisch passiert“, wie es Robert Schünemann nennt, Marketingleiter von Cineplex Berlin. „Wenn’s dir da am Rücken zieht, gruselt’s dich gleich noch mehr“, sagt er mit Blick auf den Auftaktfilm, der auf einer Vorlage von Stephen King basiert. Man wolle den Besuchern etwas Neues bieten, sagt Schünemann. Das Interesse an 3D-Filmen habe in letzter Zeit stark nachgelassen.

Die Reaktion der Zuschauer ist gemischt

Nach einer ersten Probe-Vorführung im D-Box-Sessel ist die Resonanz der Zuschauer gemischt. Ein älterer Herr meint, er könne sich nicht vorstellen, „zwei Stunden auf diesen harten Dingern zu sitzen“. Eine Frau hätten besonders die Szenen im Weltall beeindruckt, wie Schwerelosigkeit im Sessel umgesetzt werde. Eine andere sammelt ihr Popcorn ein, das ihr bei einem heftigen Ruck aus der Tüte gesprungen war.

Als echtes Manko empfinden einige, dass durchweg alle Töne in Bewegungen umgesetzt worden: Legt sich der Zuschauer erst mit seinem Sessel auf einem Motorrad in eine quietschende Linkskurve, sitzt er plötzlich gedanklich in einem Auto daneben – weil dessen Motor lauter war. Das Eintauchen in die Perspektive einer Person wird somit kaum möglich. „Die Bewegungsspur ist direkt an die Tonspur gekoppelt. Ein lautes Geräusch führt direkt zu einer Bewegung“, erklärt Schünemann.

Hinter der Technik steht das Unternehmen „D-Box“ mit Sitz in Kanada. In Deutschland sind bereits 130 Säle damit ausgestattet, weltweit sind es etwa tausend. Wer einen Film im Spezial-Sessel sehen will, muss auf den normalen Eintrittspreis sechs Euro drauflegen. Für Familien sind Sonderangebote an den Wochenenden geplant.