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Spannungsloser High-School-Horror um eine todbringende chinesische Spieluhr: „Wish Upon“ von John R. Leonetti

Wunsch erfüllt, Nachbar tot: Joey King in „Wish Upon“

Wunsch erfüllt, Nachbar tot: Joey King in „Wish Upon“

Foto: Splendid

Ein im Horrorgenre gern genutztes Stilmittel ist die Aneinanderreihung bizarrer Todesfälle, verbunden mit einer mehr oder weniger schlüssigen Erklärung. Ein anderes die Erfüllung eines Wunsches, die aber meist einher geht mit tödlichen Nebenwirkungen. In "Wish Upon" versuchen Drehbuchautorin Barbara Marshall und Regisseur John R. Leonetti diese beiden Grundmuster relativ glücklos zu verbinden. Als Mix von Ideen aus Wes Cravens "Wishmaster" und der "Final Destination"-Reihe sozusagen.

In "Wish Upon" ist der Unheilbringer eine mysteriöse Spieluhr, die in die Hände der 17-jährigen Clare (Joey King) gerät. Sie schleppt sich an einem Trauma ab, seit sie als Fünfjährige mit ansehen musste, wie sich ihre Mutter auf dem Dachboden erhängt hat. Sie zählt zur Loser-Truppe an ihrer High-School in Ohio. Sie ist unzufrieden mit ihrem ärmlichen Leben und es ist ihr mehr als peinlich, dass ihr Vater Jonathan (Ryan Philippe, ja, der aus "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast") seinen Lebensunterhalt mit dem Durchwühlen von Sperrmüll verdient.

Sieben Wünsche verspricht die ominöse Spieluhr

Bei einem seiner Streifzüge findet Jonathan die mit chinesischen Schriftzeichen verzierte Spieldose und macht sie der Tochter zum Geschenk. Die hat an der High-School glücklicherweise auch einen Chinesisch-Kurs belegt und erfährt von Mitschüler Ryan (Ki Hong Lee), dass die Schrift auf der ominösen Box sieben Wünsche zu erfüllen verspricht. Und natürlich fängt Clare an zu wünschen, ohne freilich das Kleingedruckte wahrgenommen zu haben. Denn für jeden Wunsch fordert der Dämon aus der Kiste das Leben eines ihr nahe stehenden Menschen.

Clare wünscht der High-School-Queen Darcie (Josephine Langford), von deren Clique sie andauernd gemobbt wird, dass sie verrotten möge. Prompt wird die von einem körperentstellenden Ausschlag heimgesucht. Sie wünscht sich, die begehrteste Schülerin zu sein, sie wünscht sich Reichtum, sie wünscht sich mehr Glück für ihre Familie – und alles trifft ein. Allerdings begleitet von mysterösen Todesfällen in ihrer Umgebung, die sie zunehmend verstören.

Wie eine Light-Version von "Final Destination"

Da sind wir gelandet bei einer Light-Version von "Final Destination" und lernen einmal mehr, dass die meisten tödlichen Unfälle im Haushalt geschehen. Die sind allerdings höchst einfallslos und stumpf ausgedacht. Spätestens nach dem dritten Wunsch – und es kommen ja noch vier – hat man mit "Wish Upon" längst abgeschlossen. Da hilft es auch nicht, dass Hauptdarstellerin Joey King in einem Ensemble meist blass gezeichneter Figuren ihre Sache durchaus gut macht.

Viel zu platt, viel zu unausgegoren, viel zu einfallslos kommt das Skript daher. Regisseur Leonetti schafft es einfach nicht, so etwas wie Spannung und Grusel aufkommen zu lassen. So bleibt am Ende nur der Wunsch: mach, dass dieser Film schnell vorüber geht. Tut er dann auch. Zum Glück.

Horror USA 2017 98 min., von John R. Leonetti, mit Joey King, Ryan Phillippe, Ki Hong Lee

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