Neu im Kino

Mit Scheren gegen Pistolen: „Barbershop“

Im dritten Teil der Komödien-Reihe kommt die Gewalt gegen Schwarze in den Friseursalon von Calvin Palmer. Der hat eine Idee.

Männerwirtschaft (v.l.): Rashad (Common), Eddie (Cedric The Entertainer) und Calvin Palmer (Ice Cube)

Männerwirtschaft (v.l.): Rashad (Common), Eddie (Cedric The Entertainer) und Calvin Palmer (Ice Cube)

Foto: Chuck Zlotnick

Zwölf Jahre sind eine verdammt lange Zeit, besonders im „Barbershop“ des gutmütigen Calvin Palmer (Ice Cube). Schien hier beim Waschen, Schneiden, Föhnen mitten im Zentrum von Chicago doch die Zeit stillzustehen, wenn sich die Black Community beim Frotzeln, Redeln und Witzeln ihrer selbst versicherte.

Im dritten Teil der Komödien-Reihe haben aber nun der Geschlechterkrieg (dank angeschlossenem Frauensalon), die sozialen Medien („Hey, wir sind unter den Top Ten der Twitter Trends“) und die Ge- walt gegen Schwarze draußen auf den Straßen (Beliebter Gruß: „Lass Dich nicht ausrauben!“) Einzug gehalten.

Waffenstillstand für ein Wochenende

Während sich drinnen also die neue Mitbesitzerin Angie (Regina Hall) oder die verführerische Draja (Nicki Minaj) mit dem coolen Rashad (Common) oder dem auch diesmal wieder grundfröhlichen Eddie (Cedric The Entertainer) über Beyoncés Frisuren auf Snapchat unterhalten, tobt nun draußen ein tödlicher Krieg gegen Schwarze.

Dem will das „Barbershop“-Team mit einem Aufruf zum Waffenstillstand für ein Wochenende entgegentreten – mit einer Dauer-Party bei freiem Haarschnitt.

Auch wenn sich Regisseur Malcom D. Lee („Scary Movie 5“) gerade im Vorspann um ein (von Gewalt geprägtes) realistisches Amerika-Bild bemüht, kommt seine so entspannte wie harmlose Komödie letztlich nicht über das Ansinnen eines schönes Märchens hinaus. Mit Scheren gegen Pistolen – es wäre zu schön gewesen. Aber gut, dass wir darüber geredet haben.