Neu im Kino

So merkwürdig können „Ferien“ auf einer Nordseeinsel sein

Eine angehende Staatsanwältin landet auf einer Nordseeinsel und trifft skurrile Figuren. Mit Detlev Buck und Ferdinand von Schirach.

Und nun? Vivian (Britta Hammelstein) und Eric (Jerome Hirthammer)

Und nun? Vivian (Britta Hammelstein) und Eric (Jerome Hirthammer)

Foto: Nicolai Mehring / dpa

„You can do impossible things when you follow your heart“, schrammelt die Combo mit Bass, Gitarre, Saxophon und Akkordeon auf dem Landungssteg, als die junge Juristin Vivian (Britta Hammelstein) aus der bösen Zivilisation auf der Nordseeinsel landet.

Ferien solle sie hier machen, hat ihr Vater (Detlev Buck) der jungen überforderten Frau geraten – und es ist tatsächlich eine Art Zwischenwelt, in die die angehende Staatsanwältin nun eintritt.

Die wie aus dem Nichts auftauchende Schrammel-Combo ist dabei nur eine von vielen absurden Ideen, die Bernadette Knoller für ihr reizendes Spielfilmdebüt „Ferien“ aufgetan hat. Sie pfeift dabei auf gängige Erzählkonventionen und lässt vielmehr ihre durch und durch geerdete Heldin durch ein wahres Skurrilitätenkabinett treiben.

Tote Taube auf dem Dessert

So sehen wir zum Beispiel eine Moosmännchen-Bastelgruppe, einen verkrampften Kindergeburtstag mit Katzenmusik und eine tote Taube, die ins Dessert plumpst. Vivian wohnt in der Dachstube des sehr merkwürdigen Zimmermädchens Biene (Inga Busch), sie nimmt eine Aushilfsstelle beim noch kauzigeren Krämer Otto (Ferdinand von Schirach in seiner ersten Filmrolle) an und reißt mit Bienes ebenso eigentümlichem Sohn Erik (Jerome Hirthammer) schließlich Blumen aus einer Verkehrsinsel.

Hervorragend gespielt, lebt diese Zivilisationsflucht-Komödie vom eigenwilligen Erzähl-Charme, stimmigen Dialogen, prägnanten Figuren und stimmigen Bildern, von denen das des gestrandeten Wals am Ende am treffendsten ist.