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Schale Witze über Frauen: Die Rückkehr des Altherrenwitzes

Bei einem solchen Filmtitel und bei Heiner Lauterbach muss man natürlich an „Männer“ denken. Aber daran reicht „Frauen“ in keinster Weise heran.

Foto: Camino Filmverleih / dpa

Von Peter Zander

Sagt ein Mann, der beim Autofahren nie nach vorn guckt: „Das Problem mit Frauen ist, dass sie vom Autofahren keine Ahnung haben. Ich meine, Formel 1: Hat schon mal jemand was von Michaela Schumacher gehört?“

Das finden Sie nicht lustig? Können wir gut verstehen. Dann sollten Sie auf diesen Film von Nikolai Müllerschön aber bitte schön verzichten. Da hagelt es nämlich solch schale Gags.

Drei Mann in einem Auto

Dabei ist der Anfang gar nicht schlecht. Eine Hochzeitsgesellschaft wartet. Nervös raucht der Bräutigam vor der Tür. Als die Braut erscheint, nimmt er Reißaus. Die ganze Hochzeitsgesellschaft rennt ihm hinterher, um ihn wieder einzufangen. Ganz vorn, trotz langem Kleid: die Braut.

Da springt der Mann in ein Auto, das gerade an einer Ampel hält, zwingt die Insassen, Gas zu geben und so weit wie möglich wegzufahren. Die Grundidee ist aber leider schon die einzige des ganzen Films.

Der Witz bleibt auf der Strecke Camino Filmverleih

Fortan sitzen also drei Männer in einem Auto: der junge Lis (Blerim Destani), der vor der Braut flieht, der reiche Schott (Heiner Lauterbach), der vor einer millionenschweren Scheidung steht, und der tapsige Chauffeur Kneppke (Martin Brambach), der keine Ahnung von Frauen hat.

Auf der Flucht vor der Hochzeitsgesellschaft und bald auch einer Rockergang, weil man eins ihrer Motorräder geschrottet hat, kommt das Trio bald vom rechten Weg ab und landet im Dickicht des deutschen Walds, wo nicht nur der Reisig, sondern auch der Humor ächzt und knackt.

Kein Vergleich zu Dörries „Männern“

Denn permanent setzt es witzlose Phrasen über das andere Geschlecht, das selbst nur in Kleinstrollen auftritt. Die Rückkehr des Altherrenwitzes. Ein Film, der „Frauen“ heißt und in dem Heiner Lauterbach mitspielt: Da muss man unweigerlich an Doris Dörries „Männer“ denken.

Aber dieses Machwerk auch nur in einem Atemzug mit jenem Meisterwerk zu nennen, hat „Männer“ nicht verdient. Was nur mag Lauterbach bewogen haben, sich dafür herzugeben?