Film

Hoch hinaus: der Kinderfilm „Die Baumhauskönige“

Eine Jungenfreundschaft muss viele Bedrohungen bestehen: der vielfach ausgezeichnete niederländische Kinderfilm kommt nun auch in unsere Kinos.

Dicke Luft: Bas (Julien  Ras, r.)  scheint Ziggy (Kees Nieuwerf, 2.v.r.) an die Cola-Gang zu verlieren

Dicke Luft: Bas (Julien Ras, r.) scheint Ziggy (Kees Nieuwerf, 2.v.r.) an die Cola-Gang zu verlieren

Foto: farbfilm

Eigentlich freuen sich Ziggy (Kees Nieuwerf) und Bas (Julien Ras) auf den Sommer. Wie immer wollen die besten Freunde in einem Feriencamp ihre Holzhütte bauen. Im Jahr zuvor hatten sie dafür den Hauptpreis erhalten; den wollen sie verteidigen. Doch das kommende Schuljahr wirft seine Schatten voraus. Ziggy wurde ans Gymnasium versetzt, Bas nicht.

Zu ihrer drohenden Trennung gesellt sich der Stress der ersten schüchternen Verliebtheit, und die hemdsärmelige Cola-Gang hat nichts besseres zu tun, als einen weiteren Keil in ihre Freundschaft zu treiben. So kommt es, dass Bas sich der Cola-Gang anschließt, Ziggy in der Mannschaft seines kleinen Bruders landet und beide plötzlich als Konkurrenten dastehen – um die höhere Hütte, um die Sympathie von Elena, um das schönere Leben.

Deutlich besser als die „Wilden Kerle“

Der deutsche Titel dieses mehrfach ausgezeichneten niederländischen Kinderfilmes führt etwas in die Irre. Der einzige Baumhausbewohner hier ist DJ Coyote (Joep van der Geest), der das Feriencamp mit Musik beschallt, aber vor allem das Publikum durch die Handlung führt. Es ist auch nicht so, dass man hier viel über den Bau von Hütten erfahren würde.

Dieses Feriencamp bietet eher eine so imposante wie fantasieanregende Märchenkulisse für die ganz alltäglichen Dramen, die sich in einem Kinderleben eben so abspielen. Und diese werden mit Charme, Witz und sensiblem Realismus erzählt, was „Die Baumhauskönige“ deutlich von jener modernistischen, prätentiös-infantilen Actionwelt abhebt, wie sie etwa „Die Wilden Kerle“ exerzieren.

Die beeindruckenden Leistungen der jungen Schauspieler, die versierte, lebhafte Kamera von Sal Kroonenberg und eine perkussive Filmmusik, die die Geschichte eher spielerisch strukturiert, als dem Publikum eine falsche Emotionalität aufzudrängen, macht daraus nicht nur den bisher besten Kinderfilm, sondern allgemein einen der bemerkenswertesten Filme des Jahres.