Neu im Kino

Wenn der Junge mit dem Hunde in den Alpen

„Sebastian und die Feuerretter“ ist altmodisches Abenteuerkino aus Frankreich. Und ein Action-Star gibt den Alm-Öhi.

Sebastian (Felix Bossuet) und seine Hündin Belle

Sebastian (Felix Bossuet) und seine Hündin Belle

Foto: Neue Visionen Filmverleih / dpa

Tiefe Schluchten, abgründige Gefühle. Zackige Bergspitzen, kantige Typen. Sehr grüne Wiesen, mittenmang ein braunes Alpendorf. Die Zivilisation erreicht man in Saint-Martin nur per Flugzeug. Ziegen säumen den Weg, Gämsen, später werden Dachse, Murmeltiere, Hasen, ja Hirsche durchs Bild laufen, gehetzt und verschreckt.

Aber erstmal ist alles drin und dran am unberührten Berg-Idyll. Kein natürlicher Sehnsuchtsort als Gegenentwurf zur bösen Großstadt wie in „Heidi“ aus dem Schweizer Nachbarland, sondern gelebte Realität in den französischen Alpen nach dem Krieg.

Flugzeugabsturz im Wald

Dort spielt Christian Duguays Kinderfilm „Sebastian und die Feuerretter“, die Fortsetzung des Kinofilms „Belle & Sebastian“ aus dem Jahre 2013, der wiederum auf einer in Frankreich bekannten TV-Serie und Kinderbüchern der Schriftstellerin Aubry basiert. Die Erfolgsformel: Hund hilft Kind.

Auch diesmal: Die geliebte Tante Angelina, eine Résistance-Kämpferin, kehrt aus dem Krieg zurück. Grund genug für den kleinen Waisenjungen Sebastian (Felix Bossuet), Großvater César (Actionstar Tchéky Karyo als schrulliger Alm-Öhi) samt Hündin Belle, die so lange Vermisste zu empfangen – aber das Transportflugzeug mit den Soldaten stürzt über dem Wald ab, der rasch in Flammen aufgeht.

Bärenkampf und Bruchlandung am See

Kein Überlebender, sagt der Bürgermeister, doch der sture Sebastian macht sich samt Hündin dennoch auf den beschwerlichen Weg zur weitab gelegenen Rettungsstelle, die nur per Flugzeug erreicht werden kann - mit Hilfe des mürrischen Piloten Pierre (Thierry Neuvic).

Wie Pierre und Sebastian samt Hund dann zunehmend in entflammter Natur samt gestörtem Funkgerät und Bruchlandung am See, zwischen Bärenkampf und nächtlicher Floßfahrt zueinanderfinden, ist altmodisches Abenteuer. Die Natur ist Seelenlandschaft, klüftig, unwegsam, die trotzig von Hund und Kind erobert wird. Und der Film bildgewaltig und sympathisch, vorhersehbar und altklug.