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Schöner schmollen mit Ralph Siegel und Nicole

Ganz Deutschland feiert Lena. Ganz Deutschland? Nein. Es gibt einige wenige Menschen, die im Schmollwinkel der Republik sitzen.

Schlagersängerin Nicole (45), die im Alter von 17 Jahren den ersten deutschen Eurovisions-Sieg holte, tauchte ab. Ihr Ehemann, Winfried Seibert, beantwortete eine Anfrage nicht und legte das Telefon kommentarlos auf.

Bereits vor dem diesjährigen Finale hatte er erklärt, die im Saarland lebende Nicole gebe keine Interviews zum Grand Prix – nach dem Motto: „Ein bisschen Schmollen“ statt „Ein bisschen Frieden.

Ganz anders Ralph Siegel, Nicoles Erfolgskomponist und früherer „Mr. Grand Prix“ – der wetterte ordentlich gegen die Sendung „Unser Star für Oslo“ und ihren Macher Stefan Raab. „Die wollten Erfolg mit der Sendung und anschließend möglichst viele CDs verkaufen.

Der Grand Prix ist denen komplett egal“, sagte er kurz vor dem Grand Prix im „Süddeutsche Zeitung Magazin“. „Es geht nur ums Geld (...) Dagegen habe ich immer angestunken. Ich will nicht nur Platten verkaufen, ich will gewinnen, weil es eine Ehre ist.“

Immerhin mag er die deutsche Siegerin – ein wenig. „Ach, wissen Sie, das Lied ist nett, das Mädchen süß, leider trifft sie selten den Ton. Dem Dilettantismus sind keine Grenzen mehr gesetzt.“ Große Chancen räumte er Lena nicht ein. „Vielleicht wählen ein paar Leute dieses süße Mädchen, das da auf der Bühne rumspringt. Ich würde es ihr wünschen, aber bei der Eurovision muss man etwas machen, was exorbitant gut ist.“

Spätestens seit 1998 ist Siegel nicht allzu gut auf Raab zu sprechen, als dieser unter dem Pseudonym Alf Igel als Komponist für Guildo Horn den Grand Prix aufmischte und gleichzeitig Ralph Siegel auf die Schippe nahm.

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