Film

Diese Filmstars drehen 2020 neue Serien in Berlin

Die Streaming-Dienste wie Amazon und Netflix setzen auf den Filmstandort Berlin. In 2020 gibt es aber auch Kinoproduktionen.

Fünf Fragen an Kirsten Niehuus vom Medienboard

Kirsten Niehuus ist Chefin des Medienboards Berlin-Brandenburg. Sie stellt sich fünf Fragen von Morgenpost-Chefredakteurin Christine Richter.

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Weltweit erfolgreiche Produktionen made in Berlin wie „Dark“, „Homeland“ und „Drei Engel für Charlie“ haben den Filmstandort Berlin-Brandenburg in den vergangenen Jahren zur internationalen Marke gemacht. Gleich mehrere neue Projekte stehen 2020 an.

Noch bis Mitte Februar werde die Amazon-Serie „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ nach dem Roman von Christian F. in der Hauptstadt gedreht, teilte das für Filmförderung zuständige Medienboard mit. Ebenso die Sky-Horrorserie „Hausen“ mit den Schauspielern Lilith Stangenberg, Alexander Scheer und Charly Hübner sowie der Tanzfilm „Fly“.

Film- und Serienstandort Berlin-Brandenburg blickt optimistisch in die Zukunft

In Zeiten von Umbruch und Veränderung starte der Film- und Serienstandort Berlin-Brandenburg optimistisch ins neue Jahrzehnt, so Medienboard-Geschäftsführerin Kirsten Niehuus. Im Februar soll in Berlin für die Literaturverfilmung „Die Schachnovelle“ gedreht werden, geplant seien außerdem Arbeiten für Daniel Brühls „Nebenan“ und das Projekt „In einem Land, das es nicht mehr gibt“ von Aelrun Goette über die Modeszene der DDR. In Planung sind zudem die deutsch-norwegische Politthriller-Serie „Furia“, die Serie „Friedrichstadt-Palast“ und die Sky-Achtteiler „Souls“ über drei Frauen, deren Leben unumkehrbar aus den Fugen gerät.

Rund 5700 Drehtage hat es laut Medienboard im vergangenen Jahr in der Region gegeben. Quer durch alle Bezirke und Landkreise fiel im Durchschnitt 15 Mal am Tag die Filmklappe, was auch für die Behörden eine Herausforderung ist. Zu den geförderten Spielfilmen gehören die Komödie „Nightlife“ mit Elyas M’Barek, Palina Rojinski und Frederick Lau, die am 13. Februar in die Kinos kommt, eine „Lassie“-Neuverfilmung und die Miniaturen für Wes Andersons „The French Dispatch“.

„Babylon Berlin“ in mehr als 100 Länder verkauft

Mit 15,3 Millionen Zuschauern haben Medienboard-geförderte Produktionen an der Kinokasse überproportional zugelegt: Vier Millionen Besucher mehr im Vergleich zum Vorjahr haben Filme made in Berlin-Brandenburg auf der großen Leinwand gesehen. Das macht mehr als 70 Prozent des deutschen Marktanteils aus. Das Ergebnis ist vor allem Filmen wie den mehrfachen Zuschauermillionären „Das perfekte Geheimnis“ und „Der Junge muss an die frische Luft“ sowie dem Überraschungshit „Systemsprenger“ zu verdanken.

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18 Millionen Zugriffe in den ersten vier Wochen gab es weltweit auf den Netflix-Film „Kidnapping Stella“. In den USA und in Großbritannien führt der Krimi die Hitliste der meistgesehenen internationalen Shows 2019 an. Sky brachte in „8 Tage“ das Endzeit-Berlin auf die Bildschirme, und in „Dark“ Staffel zwei schlugen Brandenburgs dunkle Wälder und Höhlen wieder die Fans auf der ganzen Welt in ihren Bann. „Babylon Berlin“ wurde bereits in mehr als 100 Länder verkauft, die dritte Staffel kann ab sofort gestreamt werden.

Medienboard Berlin-Brandenburg vergab 2019 35 Millionen Euro Fördermittel

Das Medienboard Berlin-Brandenburg vergab im vergangenen Jahr knapp 35 Millionen Euro Fördermittel. Davon gingen rund 27 Millionen Euro in Filme. Der allergrößte Teil davon sind Darlehen, die zurückgezahlt werden müssen, wenn ein Film oder eine Serie gewisse Erfolgskriterien schafft. Gefördert werden soll in diesem Jahr zum Beispiel das neue Projekt „Last Song for Stella“ von Kilian Riedhof mit Paula Beer in der Hauptrolle, „Kurt“ von Til Schweiger nach dem Roman von Sarah Kuttner und die Entwicklung einer neuen Serie namens „Fck My Heritage“ von Christian Schwochow.

Großen Wert legt das Medienboard auf die gleichberechtigte Förderung von Filmemacherinnen, die Unterstützung von Arthouse-Kinos und den Ausbau von Green Filming. Zeitnah sollen Richtlinien festgelegt werden. Bis dahin gilt die freiwillige Selbstverpflichtung zur nachhaltigen Filmproduktion des Produzentenverbandes als Orientierung. Schon jetzt werden Kosten für sogenanntes grünes Drehen, also umweltschonend und klimafreundlich zu produzieren, förderrechtlich anerkannt.

„Um die Branche dabei zu unterstützen, zukunftsfähig zu sein, erweitert sich das klassische Portfolio der Filmförderung um Themen wie Gendergerechtigkeit, Diversität und sozialverträgliche sowie nachhaltigere Produktionsbedingungen“, so Niehuus. „Die Hauptstadtregion ist auf einem erfolgreichen Weg, diese Herausforderungen zu meistern. Es gibt viel zu tun.“

Einen cineastischen Ausblick auf Projekte aus der Region gibt es bei der Berlinale, die am 20. Februar startet. Im Wettbewerb sind Christian Petzold mit „Undine“, Burhan Qurbani mit „Berlin Alexanderplatz“ und Ilya Khrzhanovsky und Jekaterina Oertel mit „DAU. Natasha“ vertreten, im Panorama Bastian Günther mit „One of These Days“, Visar Morina mit „Exil“ und Bettina Böhler mit der Doku „Schlingensief“.