Filmfestspiele Berlin

Berlinale-Blog - Akin: Berlinale sollte kleiner werden

In unserem Blog finden Sie die aktuellen Meldungen der Internationalen Filmfestspiele Berlin vom 14. Februar 2019.

Die Ankunft der Stars am Roten Teppich

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+++ Regisseur Akin: Berlinale sollte kleiner werden +++

Der Regisseur Fatih Akin hat die Verdienste des scheidenden Berlinale-Direktors Dieter Kosslick gewürdigt - und zugleich dafür plädiert, das Festival kleiner zu gestalten. „Der deutsche Film war, als ich angefangen habe, international verpöntes Zeug“, sagte Akin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Heute hat das einen gewissen Respekt. Die Leute gucken wieder drauf. Und das hat mit Dieter eine Menge zu tun, weil die Berlinale für viele von uns ein Sprungbrett war.“

Auf Kosslick folgen im Juni Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek als Doppelspitze. Akin hatte Ende 2017 einen Brief mit unterzeichnet, in dem sich viele Filmschaffende für einen Neubeginn der Berlinale aussprachen.

Auf die Frage, was mit dem Leitungswechsel anders werden sollte, sagte Akin, es sei vielleicht die Zeit, in der man das Festival wieder zurückfahren müsse, um die Qualität der Filme herauszustellen. Das habe mit der heutigen Zeit zu tun, nicht mit Kosslick. „Irgendwann, wenn es wieder lange genug klein war, wird es dann wieder wachsen. Ebbe und Flut.“

Zur neuen Leitung sagte Akin: „Die beiden müssen die Qualität der Filme in den Vordergrund stellen, nicht die Masse. Stars geben kleinen Filmen eine Aufmerksamkeit. Sie sind wie trojanische Pferde. Aber zu sagen: Weil keine amerikanischen Filme mit Stars da sind, ist das ganze Festival nichts wert – was heißt das? Dass die amerikanischen Filme die besseren Filme sind? Wenn das der Umkehrschluss ist, finde ich den fatal.“

+++ Autor Saviano: Möchte mich bald mit Mafia in Deutschland beschäftigen +++

Anti-Mafia-Autor Roberto Saviano möchte das Wirken der Mafia in Deutschland demnächst zum Thema machen. „Ich hoffe, dass ich mich bald damit beschäftigen kann“, sagte der 39-Jährige der Deutschen-Presse-Agentur am Rande der Berlinale. „Auch Deutschland hat bereits dieses Problem.“ Saviano wurde mit dem Buch „Gomorrha“ über die Mafia in Neapel international bekannt und erhielt Todesdrohungen dafür. Er lebt seit Jahren unter Personenschutz. Auf der Berlinale feierte die Verfilmung seines Romans „La Paranza dei Bambini (Piranhas)“ Weltpremiere. Der Film ist im Rennen um die Bärenpreise und kommt am 22. August ins Kino.

Regisseur Claudio Giovannesi erzählt mit Laiendarstellern das Leben von Nicola und seinen Freunden. Die 15-Jährigen leben in Sanità, einem Viertel von Neapel, wo sie in die Spirale von Gewalt, Drogen und organisierter Kriminalität geraten.

Im dpa-Interview erneuerte Saviano seine scharfe Kritik an der populistischen Regierung aus rechter Lega und europakritischer Fünf-Sterne-Bewegung - gerade im Hinblick auf die Bekämpfung der organisierten Kriminalität in seinem Land: „Es hat nie eine Regierung gegeben, die weniger gegen die Mafia eingestellt war, als diese.“ Seit Monaten tobt ein heftiger Streit zwischen Saviano und Innenminister Matteo Salvini, weil dieser im vergangenen Jahr damit gedroht hatte, den Personenschutz für Saviano auf den Prüfstand stellen zu lassen.

+++ Iris Berben: „Ich bin zehn vor 70, ich darf das“ +++

Während der Berlinale setzt Iris Berben strikt auf Alkohol- und Partyverzicht. Eine Zwischenbilanz in der zweiten Festival-Halbzeit.

+++ Die Berlinale-Livestreams am Donnerstag +++

Di jiu tian chang (So Long, My Son) von Wang Xiaoshuai
12:15 Photo-Call
12:25 Pressekonferenz

Woo Sang (Idol) von Lee Su-jin
13:40 Photo-Call
13:50 Pressekonferenz

Goldener Ehrenbär / Hommage Charlotte Rampling
16:00 Photo-Call
16:10 Pressekonferenz

Di jiu tian chang (So Long, My Son) von Wang Xiaoshuai
16:30 Roter Teppich

Goldener Ehrenbär / Hommage Charlotte Rampling
Il portiere di notte (Der Nachtportier) von Liliana Cavani
21:00 Roter Teppich

Goldener Ehrenbär / Hommage Charlotte Rampling
21:30 Gala

+++ „Elisa y Marcela“ - Eine Liebe, die nicht sein darf +++

Ein echter Aufreger – eine Netflix-Produktion im Wettbewerb: Isabel Coixets Liebesfilm „Elisa y Marcela“.

+++ Der kurze Moment mit dem Promi +++

Autogramme sind schon fast altmodisch. Heute wollen die Fans vor allem ein Selfie mit ihrem Star machen. Und nehmen dafür einiges auf sich.

+++ Wenn Filmpreise zum Spielzeug am Strand werden +++

Agnès Varda wurde mit einer Berlinale-Kamera ausgezeichnet.

+++ Lass dich durchs Kaninchenloch fallen +++

Der Schauspieler Chiwetel Ejiofor legt sein Regiedebüt vor – und hat sich dafür ein mutiges Thema ausgesucht.