Kino im Gefängnis

Berlinale-Film erstmals auch für Gefangene in der JVA Tegel

Bei der Berlinale gibt es auch eine Filmvorführung für Gefangene. Im Anschluss diskutiert Regisseur Lars Kraume mit Häftlingen.

Die Berlinale ist dieses Jahr auch in der JVA Tegel zu Gast

Die Berlinale ist dieses Jahr auch in der JVA Tegel zu Gast

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Bei der diesjährigen Berlinale wird es auch eine Vorführung für Gefangene geben. Das teilte die Justizverwaltung am Dienstag mit. Gezeigt wird „Das schweigende Klassenzimmer“ (Berlinale Special) von Lars Kraume.

„ Dieter Kosslick bin ich dankbar, dass das größte Publikumsfestival der Welt auch vor Gefängnismauern nicht Halt macht. So können wir auch das Leben in Haft dem Leben in Freiheit ein Stück weiter angleichen“, sagte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne).

Vom 17. bis 23. Februar ist die Berlinale wieder in den Programmkinos der Stadt und ihrer Umgebung zu Gast. „Wenn der Rote Teppich täglich in einem anderen Kiez ausgerollt wird, stehen jene Filmtheater im Rampenlicht, die sich über das ganze Jahr hinweg für eine lebendige Kinokultur einsetzen“, teilten die Berlinale-Organisatoren mit.

2018 wird die Sonderreihe erstmals am 23. Februar um eine Filmvorführung für Insassen der JVA Tegel erweitert. Im Anschluss steht der Regisseur für ein Gespräch mit den Zuschauern zur Verfügung.

Festivaldirektor Dieter Kosslick: „Berlinale Goes Kiez feiert die Kiezkinos als kommunikative Orte und die Vielfältigkeit der hiesigen Kinolandschaft. Mit der Sonderveranstaltung in der JVA Tegel wird die Reihe noch mehr ihrem Anliegen gerecht, Barrieren abzubauen sowie kulturelle Teilhabe zu ermöglichen.“

"Das schweigende Klassenzimmer" spielt im Jahr 1956 und erzählt von zwei Abiturienten aus der DDR. Bei einem Ausflug nach West-Berlin sehen sie in einer Wochenschau erschütternde Bilder vom niedergeschlagenen Volksaufstand in Budapest. Zurück in ihrer Heimat wächst gemeinsam mit Mitschülern die Idee, während des Unterrichts eine Schweigeminute für die Opfer einzulegen. Damit geraten die Jugendlichen ins Visier der DDR-Behörden. Der Film wurde unter anderem in Berlin und Brandenburg gedreht und lehnt sich an eine wahre Geschichte an.

Mehr zum Thema:

Dieter Kosslick über Brandbrief: "Ich war stinksauer"

Die Berlinale braucht einen Aufbruch

Neustart für die Berlinale