Schlachthaus-Szenen

Zuschauer kippen bei Vorstellung des Berlinale-Gewinners um

Sonnabend erhielt der Film „Testről és lélekről“ den Goldenen Bären. Am Sonntag mussten im Friedrichstadtpalast Sanitäter anrücken.

Eine Szene des Films „On Body and Soul“ („Teströl és lélekröl“)

Eine Szene des Films „On Body and Soul“ („Teströl és lélekröl“)

Foto: -- / dpa

Der Gewinner des Goldenen Bären, „Testről és lélekről“ (im Englischen: "On Body and Soul"), hat am Tag nach der großen Preisverleihung noch einmal für Aufsehen gesorgt: Bei der ausverkauften Vorstellung im Friedrichstadtpalast am Sonntag um 12.30 Uhr sind vier Menschen kollabiert und mussten ärztlich versorgt werden. Die Vorstellung wurde unterbrochen und konnte erst nach einer Pause von rund 20 Minuten fortgesetzt werden.

Der ungarische Film ist in der Tat nichts für Empfindliche. Die Handlung spielt zum großen Teil in einem Schlachthaus in Budapest. Schon zu Beginn des Films wird dort gezeigt, wie Rinder getötet und zerlegt werden. Ein noch ausblutender Tierkopf ist der vorläufige Höhepunkt des Gemetzels. Doch gegen Ende des Films sticht sich einer der Protagonisten mit einer Glasscherbe in die Halsschlagader: in Großaufnahme. Da geht plötzlich ein Raunen durch den Kinosaal, mehrere Menschen kommen im Parkett zusammen, mehrere Menschen rufen „Einen Arzt!“. Das Saallicht wurde angeknipst und eine Trage hereingefahren.

Der Mann – etwa Mitte 30 – wird auf die Trage gelegt, doch gerade als der Saalleiter auf der Bühne Entwarnung geben will, melden sich noch mehr: „Hier ist noch jemand!“ Insgesamt mussten vier Menschen, darunter eine Frau, von Sanitätern betreut und stationär behandelt werden. „Allen Patienten geht es soweit gut“, sagte einer der Saalmitarbeiter. Der Film wurde dann doch fortgesetzt, nicht ohne den Hinweis des Saalleiters: „Wir setzen eine Minute vor dem Abbruch wieder ein. Es wird noch einmal blutig.“

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