Berlinale

Der Einkaufstest: Die Arkaden am Potsdamer Platz

Zur Berlinale herrscht in den Potsdamer Arkaden Ausnahmezustand. Hunderte warten vor den Ticketschaltern - eine Herausforderung.

Zahlreiche Kinofans stehen in den Potsdamer Platz Arkaden für Kinokarten für die 66. Berlinale an.

Zahlreiche Kinofans stehen in den Potsdamer Platz Arkaden für Kinokarten für die 66. Berlinale an.

Foto: Jens Kalaene / dpa

Rote Lippen, schwarzer Lidstrich, wild über die Schultern fallende Haare - das kommt immer gut an. Jasmin Chehade kennt die Wünsche ihrer Kunden, viele kommen immer wieder zu der 29-Jährigen. Seit zehn Jahren arbeitet die Berlinerin in einem der Kosmetikläden in den Potsdamer Platz Arkaden. Einmal im Jahr. 11 Tage lang. Im Februar. Zur Berlinale. Bevor sie morgens den Laden betritt, schlängelt sie sich an Menschen in Schlafsäcken vorbei. Eine Nacht im Schlafsack vor dem Ticketschalter für die ersehnte Kinokarte. So ganz verstehen tut Jasmin das nicht, eine Filmexpertin sei sie wirklich nicht, sagt sie.

Die Frauen, die zu ihr kommen, hätten oft keine Lust oder Zeit, sich Zuhause selbst zu schminken. Einige würden sogar zwei bis dreimal am Tag in den Laden kommen. Erst für natürliches Tages- und dann für glamouröses Abend-Make-Up. Viele in der Hoffnung ein paar gratis Lippenstifte einsacken zu können. Dann würden sie in Richtung Party verschwinden. Sie selbst bekäme wenig von posenden Stars auf dem roten Teppich und Champagner-Partys mit. George Clooney sei auch noch nicht bei ihr vorbei gekommen, um sich die Nase nachpudern zu lassen. Überhaupt, in der Pause auf Starjagd zu gehen, sei nicht ihr Ding. Dann doch lieber auf einen Imbiss in eines der Restaurants in den Arkaden.

Im Supermarkt wimmelt es von Berliinale-Pressebändchen

Und die Auswahl an Restaurants ist groß, von asiatischen Nudelbuden, zu amerikanischen Burgerläden und internationalen Bagelständen. Besonders im Supermarkt im Untergeschoss wimmelt es von Berlinale-Pressebändchen. Sie tummeln sich vor dem Backstand, dem Früchteregalen und in der Weinecke. Aber auch in den Restaurants auf den oberen Rängen des Einkaufszentrums sitzen die Bändchenträger, nippen an frisch gepresstem Orangensaft, schwarzem Kaffee und befördern Löffel voller Speiseeis in ihre Münder.

„Natürlich haben wir mehr Gäste während der Berlinale, wie alle Läden hier. Das ist gut fürs Geschäft, aber oft auch stressig“, sagt Miriam Alwast, die seit drei Jahren in dem amerikanischen Restaurant in den Arkaden arbeitet. Besonders zum Frühstück kämen die Filmleute gern. „All you can eat“-Buffet und ein Ausflug in die USA der 50er Jahre für 8,99 Euro. Das gefällt Asiaten, Amerikanern und Europäern. Wer es weniger deftig mag, geht sich Matchatee kaufen. Im Teeladen neben dem Berlinale-Ticketschalter.

Da wird Tee ausgeschenkt und beraten, wie die besten Matcha Smoothies und Matcha Cupcakes gelingen. Auch Marianne Butschat, die seit 12 Jahren in dem Teegeschäft angestellt ist, freut sich jedes Jahr wieder über die fröhlichen Festivalbesucher. „Es ist toll ein so internationales Publikum hier zu haben. Alle sind so positiv“, sagt sie und bietet einen Tee an. Vor einigen Jahren sei bei einer ihrer Kolleginnen sogar einmal ein berühmter Schauspieler vorbei gekommen. George Clooney etwa? Nein, der nicht, sagt sie und reicht ein Matcha- Rezepte-Heftchen.

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