Berlinale

Die letzte Party des Berlinale-Marathons

Nach dem Marathon konnten Stars und Sternchen am Sonnabend noch einmal richtig feiern - zum Abschluss der Filmfestspiele fehlte aber die ganz große Hollywood-Prominenz

Noch einmal über den roten Teppich vor dem Festival-Palast laufen, noch einmal vor den Fotografen posieren. Am Sonnabendabend zeigte sich, wer noch genügend Kondition nach zehn Tagen Berlinale vorzuweisen hatte. Die Jury der 64. Berlinale zeichnete bei einer Abschluss-Gala die Gewinner mit den Bären aus. Ein Grund für die deutsche Schauspielriege, sich noch einmal schick zu machen, Augenringe zu überschminken und am letzten Abend des Festivals noch einmal das Rampenlicht am Marlene-Dietrich-Platz zu genießen.

Immerhin hatten die meisten von ihnen exzessive eineinhalb Wochen hinter sich. Die meisten Abende waren geprägt von Partys, Smalltalk und Champagner. Ein Event folgte auf das nächste, nicht selten fanden mehrere Veranstaltungen gleichzeitig statt. Dort, wo vor einigen Tagen noch internationale Schauspieler wie Bradley Cooper, Matt Damon, Tilda Swinton und George Clooney spazierten, waren an diesem Abend unter den rund 1600 Gästen keine Hollywood-Stars mehr zu sehen. Lediglich Patricia Arquette und Richard Linklater schauten noch einmal vorbei.

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Von den deutschen Schauspielern war Martina Gedeck zugegen, die von einer „besonders schönen Berlinale“ in diesem Jahr sprach. „Ich hatte keinen Beitrag im Wettbewerb, habe mir ganz in Ruhe zwölf Filme anschauen können“, so die Schauspielerin. Ganz anders empfand Regisseur Volker Schlöndorff die vergangenen Tage. „Das war wie ein Marathon – von Termin zu Termin bin ich gerannt.“ Für Model Eva Padberg war die Abschluss-Gala der erste und letzte Berlinale-Auftritt. „Ich habe alles vollkommen verpasst, ich musste so viel arbeiten“, sagte das Model. Auch für Hannelore Elsner war die Berlinale nur ein kurzes Vergnügen. „Ich habe kaum was mitbekommen – aber beim großen Finale bin ich ja jetzt dabei.“

Gekommen waren auch die Schauspielerinnen Katharina Schüttler und Franziska Weisz sowie Vertreter aus der Politik wie der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, die Grünen-Politikerin Claudia Roth sowie der italienische Botschafter Elio Menzione. Sie alle wurden am roten Teppich von Berlinale-Chef Dieter Kosslick – natürlich in Mantel, Schal und Hut – persönlich begrüßt. Auch dieser hatte erstaunliche Kondition bewiesen, war er in den vergangenen Tagen nahezu auf allen wichtigen Veranstaltungen anwesend. Gut gelaunt wie bei der Eröffnungsgala präsentierte er auch an diesem Abend die Veranstaltung gemeinsam mit Moderatorin Anke Engelke. „Es war ein Festival der Bürger“, freute sich Kosslick. „330.000 Kinokarten wurden verkauft. Das hat es in der Geschichte der Berlinale noch nicht gegeben.“

Später hatte er gemeinsam mit dem Jury-Vorsitzenden James Schamus die große Ehre, den Goldenen Bären zu verleihen. Auch die anderen Mitglieder des Komitees, unter anderem „James Bond“-Produzentin Barbara Broccoli und Oscarpreisträger Christoph Waltz, vergaben die Silbernen Bären in den anderen Kategorien.

Anschließend hatte Dieter Kosslick die Preisträger mitsamt Entourage zum traditionellen Bärendinner ins Gropius Mirror-Restaurant geladen, um auf die Auszeichnungen anstoßen. Danach sollte auf der Bärenparty im Cookies an der Friedrichstraße gefeiert werden. Und am Ende des Tages konnten sich alle sicher sein: Spätestens bei der Eröffnungsgala im kommenden Jahr würde man sich wiedersehen.