Berlinale 2012

Meryl Streep will gar nicht mehr nach Hause

Hollywood-Star Meryl Streep hat auf der Berlinale den Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk entgegen genommen. Mit ihrem jüngsten Film "Die eiserne Lady" sorgt sie erneut für Furore.

Foto: dpa

Um 22.09 Uhr war es endlich so weit. Manche Fans hatten bereits seit Mittag bei Schneeregen auf sie gewartet. Auf den größten Filmstar dieser Berlinale. Als Meryl Streep aus der schwarzen Limousine steigt, kreischen Hunderte Fans wie sonst nur bei Madonna oder Lady Gaga. Die amerikanische Schauspielerin nimmt sich eine Viertelstunde Zeit, winkt und gibt Autogramme und schaut immer wieder ehrlich erstaunt über ihre euphorischen Fans mit den „We love Meryl“-Plakaten, die spontan Abbas „Mamma Mia!“ anstimmen.

Auch deutsche Politpromis outen sich als Fans, Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und der britische Botschafter Simon McDonald. Sie alle sind gekommen, um Meryl Streep zum Erhalt des Goldenen Ehrenbären dieser Berlinale zu gratulieren.

Mit minutenlangen stehenden Ovationen wird sie im Saal empfangen, bevor Überraschungsgast Jake Gyllenhaal eine launige Laudatio hält, die sich Meryl Streep gerührt anhört. Er kenne sie vor allem als Mutter ihres Sohnes Hank, den er seit seinem 13. Lebensjahr kennt, erzählt der Hollywoodstar.

"Und sie war wenig begeistert von mir, weil wir damals so gern Gangsterrapper sein wollten.“ Er sei sehr eingeschüchtert von ihr gewesen, gibt er grinsend zu. „Später dann war ich am meisten beeindruckt, wie sie ihre Rollen als Mutter und Schauspielerin gemeistert hat. Das macht sie für mich zur wahren Ikone.“

Als sie danach unter tosendem Applaus auf die Bühne kommt, ruft sie in den Saal: „Ich glaube, ich gehe nie nach Hause.“ Sie dankt ihren Filmemachern, die nicht mehr unter uns seien, „aber auch denen, die nach der Arbeit mit mir immer noch leben. Und ich danke allen Fans und Zuschauern“, sagt sie unter tosendem Applaus. „Und den Freunden und Ehemännern, die manchmal mit mussten.“