Cinema for Peace

Angelina Jolie, Brad Pitt und ein bisschen Frieden

Superstar Angelina Jolie erhält bei der Benefizgala "Cinema for Peace" im Berliner Konzerthaus den Ehrenpreis. Den Fans ist das egal: Sie kreischen für "Brangelina". Gutmenschentum war selten so glamourös.

Foto: © JÖRG KRAUTHÖFER

Ihr Auftritt wurde sehnsuchtsvoll erwartet. Von Hunderten Fans, die einmal mehr in der Kälte ausharrten. Angelina Jolie und Brad Pitt, das derzeit in der Hauptstadt stationierte Hollywood-Traumpaar, zeigten sich noch einmal dem Berliner Publikum. Am Montag nahm die 36-Jährige im Konzerthaus am Gendarmenmarkt einen Ehrenpreis entgegen. Bei der Benefizgala „Cinema for Peace“ wurde sie für ihr Regiedebüt „In the Land of Blood and Honey“ über die Gräuel im Bosnienkrieg ausgezeichnet.

Erneut präsentierte sie sich auf dem roten Teppich strahlend, in eleganter grauer Robe – und in Begleitung eines sie fürsorglich im Arm haltenden Brad Pitt, der am Tag zuvor nach London gejettet war, wo der 48-Jährige bei den „Bafta“-Awards vergeblich auf eine Trophäe hoffte. Am Montagabend aber stellte das Glamour-Duo, das bis Dienstag mit seinen Kindern im Hotel „Adlon“ nächtigt, selbst die übrigen hochkarätigen Stars in den Schatten.

So etwa den Regisseur Luc Besson oder die bisherigen Preisträger Bob Geldof, Christopher Lee und Catherine Deneuve, Grande Dame des Films und erste Gastgeberin der Veranstaltung, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen begeht. „Berlinale ist ein großer Spaß. Doch das hier macht den Unterschied. Hier entstehen Wunder“, erzählte Geldof, der Jolie als „außergewöhnliche Frau“, würdigte.

Die Schauspielerin dankte es mit einem Lächeln, immer wieder kuschelte sie sich während des Festessens eng an ihren Mann und küsste ihn verliebt. Offizielle Bestätigungen einer möglichen Schwangerschaft lassen weiter auf sich warten – diese Gesten könnten jedoch entsprechend interpretiert werden. Bei der Preisübergabe war Jolie zu Tränen gerührt. Die Auszeichnung widmete sie dem bosnischen Volk. „Sie sind Helden“, sagte sie.

Begeistert von der Aura des Hollywood-Stars waren Gäste wie Mario Adorf oder Michael Mittermaier. Der Komiker unterstützt seit längerem „Cinema for Peace“, das von dem Produzenten Jaka Bizilj organisiert wird. Jedoch ist nicht jeder von der Gala, die abseits des offiziellen Berlinale-Programms läuft, begeistert. Festspiel-Direktor Dieter Kosslick stört es, dass sich der luxuriöse Wohltätigkeitsabend im PR-Glanz der Filmfestspiele sonnt. Allerdings: Kritische Zwischentöne blieben an diesem Abend unerhört. Die Bühne gehörte „Brangelina“. Gutmenschentum war selten so glamourös.