62. Berlinale

Das Rennen um die Bären hat begonnen

Mit dem Film "Les adieux à la Reine" ("Leb'wohl, meine Königin") hat die 62. Berlinale am Donnerstag begonnen. Bei der Pressevorführung wurde der Historienfilme mit Diane Krüger allerdings nur mit verhaltenem Applaus bedacht, vielleicht wird das am Abend anders. Dann soll der Film das Festival offiziell eröffnen – Stars und roter Teppich inklusive.

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Die 62. Berlinale hat begonnen. Am Donnerstag wurde der erste Wettbewerbsfilm „Leb' wohl, meine Königin“ zunächst der Presse vorgeführt – am Abend sollte das historische Revolutionsdrama mit Diane Kruger die Internationalen Filmfestspiele Berlin bei einer Gala mit viel Prominenz eröffnen.

Darunter sollte auch die internationale Jury sein, die sich am Eröffnungstag gut gelaunt präsentierte. Jury-Präsident Mike Leigh erklärte, er könne dem Winterwetter beim Festival etwas Gutes abgewinnen. Während regelmäßig Stimmen für eine Verlegung des Filmfestes in den Sommer laut werden, sagte der britische Regisseur, er schätze bei der Berlinale „den Geist, der hier herrscht“ und erklärte: „Hilfreich ist es, dass das Festival mitten im Winter stattfindet, und es sehr kalt ist, das eint die Leute.“

In der diesjährigen Jury, die über die Bären entscheidet, sitzen neben Leigh der Fotograf und Filmemacher Anton Corbijn, der Regisseur und Drehbuchautor Asghar Farhadi, die Schauspielerin und Sängerin Charlotte Gainsbourg, der Schauspieler Jake Gyllenhaal, der Regisseur François Ozon, der Schriftsteller Boualem Sansal und die Schauspielerin und Sängerin Barbara Sukowa.

Die deutsche Schauspielerin Diane Kruger verkörpert in dem Eröffnungsfilm des französischen Regisseurs Benoit Jacquot Königin Marie Antoinette und sprach nach der Vorführung von einer der schwierigsten Rollen ihrer Karriere. Die Regentin sei von vielen als feierwütig und verzogen abgeschrieben worden. „Ich habe versucht, sie nicht zu verurteilen“, sagte Kruger. Bei der Pressevorführung wurde das Historiendrama um den Anfang der Französischen Revolution im Juli 1789 nur mit verhaltenem Applaus bedacht.

18 Filme konkurrieren um die Bären

Den offiziellen Startschuss für das Festival im Berlinale Palast am Potsdamer Platz sollten am Abend Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU), Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), Berlinale-Direktor Dieter Kosslick und Leigh geben. Neumann sagte laut einer Mitteilung, die Berlinale 2012 sei politischer denn je. Sie stehe ganz im Zeichen des Umbruchs und des Aufbruchs. „Dank der vielen couragierten Filmemacher, Aktivisten und Künstler, denen die Berlinale in diesem Jahr ein Forum bietet, werden umfassende Bilder von den Ereignissen in Nordafrika und anderen Orten der Unfreiheit zu sehen sein: Brutale Gewalt, Willkür und Menschenrechtsverletzungen. Diese Bilder erleben wir aktuell leider immer noch täglich aus Syrien, und deshalb gehört den mutigen Menschen dort unsere ganze Solidarität.“

Auf dem Festival werden in diesem Jahr 395 Filme gezeigt. 18 Produktionen konkurrieren um die Bären, die im Laufe des vorletzten Festivaltags am 18. Februar verliehen werden. Darunter sind auch die neuen Produktionen der deutschen Regisseure Christian Petzold, Hans-Christian Schmid und Matthias Glasner.

Erwartet wird in diesem Jahr Hollywood-Prominenz wie Angelina Jolie und Keanu Reeves. Ein Höhepunkt ist die Verleihung des Goldenen Ehrenbärs an die Oscar-Preisträgerin Meryl Streep für ihr Lebenswerk. Zu den prominenten Gästen sollen auch „Twilight“-Frauenschwarm Robert Pattinson und Bollywood-Star Shah Rukh Khan zählen.

Dieser kommt nach einer schweren Erkältung nun doch zur Berlinale. Khan sei soweit genesen, dass er die Reise nach Berlin antreten könne, teilte die zuständige Agentur mit. Noch am Mittwoch war unklar, ob Khan überhaupt zu den Festspielen anreisen kann.