Publikumspreis

Morgenpost-Leser lieben rabenschwarzen Norweger

Der norwegische Film "En ganske snill mann (A Somewhat Gentle Man)" bekommt in diesem Jahr den Publikumspreis der Berlinale. Die Leserjury der Berliner Morgenpost kürte die Film zum Sieger. Darin geht es um einen aus der Haft entlassenen Mörder - aber mit staubtrockenem Humor.

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Samstagabend werden die Bären verliehen. Eine Auszeichnung steht aber schon fest: der Publikumspreis, den die Leserjury der Berliner Morgenpost in diesem Jahr bereits zum 37. Male verleiht. Neun Tage lang haben sich zwölf Leser die 20 Beiträge des Wettbewerbs angesehen, um am Ende ihren Publikumsfavoriten zu küren. Sie haben sich dabei mit großer Mehrheit für den norwegischen Beitrag "En ganske snill mann (A Somewhat Gentle Man)" entschieden, der auch in unserem Kritikerspiegel an oberer Stelle rangiert. Eine schwarzhumorige, manchmal burleske Komödie von Hans Petter Moland.

Der Filmwissenschaftler Peter Cowie hat den Norweger einmal den "Ridley Scott von Norwegen" genannt. Das sagt aber weniger über seine Filme aus als über den Fakt, dass auch er Hunderte von Werbespots gedreht und dafür zahlreiche Preise gewonnen hat. Seit er 1993 mit

"Secondløitnanten" sein Spielfilmdebüt gab, ist der heute 54-Jährige auch regelmäßig zu Gast auf Filmfestivals. Mit "Kjærlighetens kjøtere" gewann er 1995 in San Sebastian den Sonderpreis der Jury und mit "Aberdeen" im Jahr 2000 den Hauptpreis der Nordischen Filmtage. Bereits vor sechs Jahren war er auf der Berlinale im Wettbewerb vertreten, mit "Beautiful Country", bei dem Nick Nolte, Tim Roth und Bai Ling die Hauptrollen spielten.

Sein jüngstes Werk "En ganske snill mann" handelt, wie viele Wettbewerbsfilme der diesjährigen Berlinale, von einem Mörder, der nach verbüßter Haft nur schwer wieder Fuß fassen kann. Die Ex will nichts mit ihm zu tun haben, der Sohn glaubt, er sei tot. Und seine kriminelle Vergangenheit lässt ihn nicht los. Das alles wird in tristen, lakonischen Bildern, aber mit staubtrockenem Humor und überraschenden Wendungen erzählt. Einmal mehr brilliert hier der schwedische Darsteller Stellan Skarsgård in der Titelrolle, mit dem Moland bereits zum dritten Mal zusammen arbeitet.

Der Leserpreis wird Sonnabend, mit weiteren Unabhängigen Preisen, um 12.30 Uhr in der Landesvertretung des Saarlandes (Ministergärten 4) verliehen. Als Trophäe wird eine Skulptur der Berliner Designerin Susanne Meixner überreicht, die eine gläserne Filmspule symbolisiert.

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