Berlinale-Reporter

Schlangestehen - einmal weniger schön

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Heike Dietrich

Nicht immer ist das Schlangestehen während der Berlinale schön. Im Friedrichstadtpalast kam es am Dienstag zu lautstarkem Streit unter den Zuschauern, die für den "Räuber" und "Boxhagener Platz" Karten kaufen wollten.

Die Stimmung ist angespannt im Friedrichstadtpalast. Seit 16 Uhr stehen die Leute, um noch Karten für den "Räuber" zu ergattern. Jetzt um kurz vor 18 Uhr wird die Stimmung langsam angespannt. Einzelne Karten werden noch für die Vorstellung um 18 Uhr verkauft, doch die Schlange ist sehr lang.

Als eine Frau von der Seite Karten anbietet und damit in die Mitte der Schlange geht, platzt einer anderen Dame der Kragen. "Das ist doch unfair, das können Sie doch nicht machen. Ich bin doch noch vor Ihnen und da sind noch so viele andere, die warten." Sie wolle nicht deutsch sein, aber so gehe es nicht.

Der Friedrichstadtpalast hat sich inzwischen zu einem echten Berlinale-Kino entwickelt. Mit allem was dazu gehört. Im vergangenen Jahr erstmals als Kino für die Wettbewerbs-Wiederholungen eingeführt, hat das Revue-Theater an der Friedrichstraße jetzt aufgerüstet.

Vor dem Haus wurde ein großer Empfangsbereich für die Premieren-Veranstaltungen aufgebaut, der das Haus optisch zur Nummer Zwei nach dem Berlinale-Palast macht. Zudem werden hier die Premieren der Reihe "Berlinale Special" gezeigt. Hier wurde die Gala-Vorführung von "Metropolis" veranstaltet, hier zeigte Doris Dörrie ihren neuen Film "Die Friseuse". Am Freitag werden hier Penelope Cruz und Daniel Day-Lewis zur Premiere von "Nine" erwartet. Und hier gingen am Dienstagabend Jürgen Vogel und Meret Becker zur Premiere von "Boxhagener Platz" über den roten Teppich.

Und wegen dieses Films kommt es erneut zu lautstarken Auseinandersetzungen, als sich, kaum dass die Warteschlange zum Streifen "Räuber" aufgelöst ist, bereits 30 Menschen zu einer neuen Schlange für den "Boxhagener Platz" zusammenfinden. "Lösen Sie das untereinander", sagt eine Angestellte. Schlangestehen - einmal weniger schön.