Berlinale-Reporter

Wie ich einmal glaubte, einem Star zu begegnen

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Heike Dietrich

Auf der Berlinale kann man jedem Moment einem Star begegnen. Da heißt es: aufmerksam sein und keine falsche Schüchternheit beim freundlichen Ansprechen eines vermeintlichen Hauptdarstellers zeigen. Peinliche Irrtümer sind übrigens möglich.

Es kann einem bei dieser Berlinale 2010 immer und überall passieren. Plötzlich steht ein Star vor einem - oder zumindest ein Hauptdarsteller. Eine glänzende Gelegenheit, ein paar persönliche Worte zu wechseln. Oder auch nicht.

Bei dieser Berlinale 2010 denkt man, man könne jederzeit auf einen Star treffen. Einfach auf der Straße, am Tisch neben sich im Cafe oder auch in einer der vielen Warteschlangen.

Warum auch nicht? So viele bekannte Namen sind oder waren in der Stadt. Renée Zellweger, Leonardo diCaprio, Sir Ben Kingsley, Pierce Brosnan, Shah Rukh Khan, Ben Stiller, Ewan McGregor, Martin Scorsese... Eine unvollständige Liste, auch die erfolgreichen deutschen Schauspieler fehlen darauf, die sich ebenfalls immer wieder unters Berlinale-Volk mischen.

Und auch abseits dieser Namen sind etliche Regisseure und Schauspieler nach Berlin gereist. Wie zum Beispiel die Crew von Regisseur Thomas Vinterberg, die den dänischen Wettbewerbsbeitrag "Submarino" vorgestellt haben.

Ein trauriger, aber nicht ganz hoffnungsloser Film über zwei Brüder, die anstelle ihrer alkoholkranken Mutter auf ihren jüngsten Bruder aufpassen, einen Säugling, der dann aber plötzlich stirbt. Ihr Leben lang geben sich die beiden die Schuld an seinem Tod und schaffen es nicht, im Leben Tritt zu fassen. Sie versinken in Unglück, Kriminalität und Sucht.

Ein sehr bewegender Film. Das kann man denjenigen, die ihn gemacht haben, ja auch mal sagen, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Dachte man sich, als am Montagmorgen plötzlich dieser rotbärtige Mann vor einem steht. Jakob Cedergren - ein Star, auf jeden Fall in Skandinavien, der schon in gut drei Dutzend Produktionen mitspielte. Am Potsdamer Platz vor dem Hotel Grand Hyatt.

Der spielte doch den älteren der beiden Brüder, denkt man sich, und läuft auf ihn zu: "Waren Sie nicht der Typ aus dem dänischen Wettbewerbsbeitrag Submarino?" Und er: "Oh, Sie meinen den Hauptdarsteller ?" Ja, genau! Zögern auf der anderen Seite. "Tut mir leid, nein. Ich bin Journalist. Aber ich kenne ihn." Oh... "Aber danke - er sieht ziemlich gut aus. Also - danke..."