"Hilde"-Weltpremiere

Für Heike Makatsch regnete es rote Rosen

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Ein Jahr lang hat Heike Makatsch Gesangsunterricht genommen, um den besonderen Sprachduktus der 2002 verstorbenen Hildegard Knef zu erarbeiten. Am Abend feierte der Film "Hilde" auf der Berlinale Weltpremiere. Zwei Gäste hatten ihre ganz eigenen Erinnerungsstücke an die Knef dabei.

Erwartungsvolle Spannung herrschte im Foyer des Friedrichstadtpalastes, wo am Abend der Film „Hilde“ über das Leben von Hilde Knef mit Heike Makatsch in der weiblichen Hauptrolle Premiere feierte. Knef-Witwer Paul von Schell kam mit seiner Freundin Gabriele Runge (45), die neue Frau in seinem Leben, und deren 16-jähriger Tochter Franziska. „Ich habe schon als zwölfjähriges Mädchen für Hilde Knef geschwärmt“, erzählte Gabriele Runge. Was mag sie an Paul von Schell am meisten? „Seine offene und fröhliche Art. Er ist immer für einen da, wenn man ihn braucht.“

Parlamentspräsident Walter Momper sagte: „Ich bin wirklich sehr gespannt auf den Film. Für Hilde Knef habe ich schon in den 60er-Jahren geschwärmt, damals habe ich sie bei einem Konzert in der Philharmonie bewundert. In den 80er-Jahren haben wir uns dann persönlich kennengelernt. Sie war eine große Persönlichkeit.“

Dichter-Enkelin Anja Hauptmann: „Ich war mit Hilde befreundet, habe sie Mitte der 80er -Jahre auch in Los Angeles besucht. Sie hatte einen umwerfenden, wunderbaren Humor.“ Der Sänger Roger Cicero, der in „Hilde“ seine erste Filmrolle spielt (einen Pianisten), erinnerte sich: „Als ich ein Kind war und in Dahlem wohnte, waren meine Eltern und Hilde Knef fast Nachbarn. Ich bin stolz, dass ich in dem Film mitspiele.“

Kurios, was Visagist René Koch (langjähriger Freund und Vertrauter der Knef) in der Handtasche als Talisman dabei hatte: „Künstliche Wimpern, die ich Hilde Knef in den 80er-Jahren angeklebt habe.“ Coiffeur Udo Walz hatte passend dazu eine Haarlocke von Hildegard Knef in seiner Tasche.

Der rosarote Panther tapste über den Berlinale-Teppich

Hand in Hand schritt Steve Martin am Abend mit seinem Plüsch-Pink-Panther, dem Maskottchen seines neuen Films „Pink Panther II“, in den Berlinale-Palast. Da zog Jean Reno gleich mal seinen Hut… Als Aishwarya Rai im Blitzlichtgewitter der Fotografen lächelte, setzte im Hintergrund Festival-Direktor Dieter Kosslick zum Endspurt auf dem roten Teppich an.

Schon am Nachmittag begeisterte das Schauspieler-Trio bei der Pressekonferenz im Grand Hyatt. Steve Martin vor allem durch seinen spontanen Auftritt mit dem Banjo. „Ach, hätte ich doch jetzt ein Banjo hier“, sagte der Schauspieler, um dann in der Tat sein Instrument aus dem hinter ihm abgestellten Koffer zu holen.

Schnell war der Schultergurt befestigt, gestimmt war das Folk-Instrument auch, und so stürzte sich Martin Hals über Kopf in eine Eigenkomposition von mörderischem Tempo, das Titelstück einer aktuellen Banjo-CD des viele Jahrzehnte schon weißhaarigen Comedians, mit dem Titel „The Crow“.

Ganz professionell ließ er die Finger flitzen, und das gepflegte Gesicht des Nichtrauchers und Vegetariers wurde zum coolen Pokerface. Das riss auch jene von den Sitzen, die in anderer Situation lieber vor dem zickigen Sound des Banjos Reißaus genommen hätten.

( BMO )