Theater

Berliner Schaubühne - Morddrohungen gegen Falk Richter

Der Regisseur Falk Richter wird nach seiner "Fear"-Inszenierung angegriffen. Das Theater berichtet über Störungen und Schmierereien.

Der Theatermacher Falk Richter zeigt in Berlin sein Stück: "Fear"

Der Theatermacher Falk Richter zeigt in Berlin sein Stück: "Fear"

Foto: dpa

Fast wirkt die Nachricht wie Teil seiner Inszenierung, der Produktion „Fear“ von Falk Richter. Und sie verwundert nur wenig, passt sie doch in eine Zeit, die infolge der ansteigenden Flüchtlingszahlen zu einer kaum noch zu überschauenden Zahl von Entgleisungen führen. Am Montag berichtete die Schaubühne nun, dass „in den letzten Tagen die Schaubühne vermehrt Zuschriften und Anrufe erreichten, die die Produktion ,Fear’ von Falk Richter angreifen: zum Teil in Form von Gewalt- und Morddrohungen“. Konkret werde Regisseur Falk Richter bedroht, ergänzte eine Sprecherin des Theaters. In dem Stück, das Ende Oktober Premiere hatte, geht es um Hass und Fremdenfeindlichkeit und die Demagogen von AfD und Pegida. „Ungewohnt direkt wird verhandelt, wie es möglich ist, heute vor Abertausenden Dinge zu äußern, die bis vor Kurzem allein an Neonazi-Stamm­tischen gesabbert wurden“, hieß es in der Besprechung der Berliner Morgenpost.

Nun wurde laut Schaubühne Graffiti vor den Eingang des Theaters geschmiert, sie wurde zur Anzeige gebracht, im Gegensatz zur Morddrohung gegenüber Falk Richter. Zudem wurde die Absetzung des Stücks gefordert, auch von denen, die „selbst sagen, dass sie die Aufführung gar nicht gesehen haben“, so die Pressemitteilung. Am Wochenende war bekannt geworden, dass es am vergangenen Dienstag zu einem Zwischenfall gekommen war. Demnach sprang während der Aufführung ein Schauspieler von der Bühne und drohte AfD-Sprecher Christian Lüth, der die Inszenierung filmte, mit Rausschmiss. Lüth löschte das Material, seiner Auffassung nach sei das Stück „beleidigend und geschmacklos“. Besonders störte er sich an einer Szene, in der die AfD-Europaparlamentarierin Beatrix von Storch in einer sexuell aufgeladenen Um­armung mit ihrem Großvater, Hitlers Finanzminister Lutz Graf Schwerin von Krosigk, dargestellt werde.

Laut Schaubühnen-Sprecherin gab es am vergangenen Mittwoch einen ähnlichen Vorfall. Ein unbekannter Mann hatte mit seinem Smartphone gefilmt, er wurde nach der Aufführung aufgefordert, das Material zu löschen.

Die Inszenierung werde, wie geplant, im Januar erneut auf dem Spielplan der Schaubühne stehen, teilt die Schaubühne mit. Falk Richter hat für seine Aufführung von „For the Disconnected Child“ an der Schaubühne als beste Berliner und Potsdamer Aufführung den Friedrich-Luft-Preis 2013 der Berliner Morgenpost erhalten.